Dorfteppiche aus der Stadt Abadeh im Iran, die zwischen Shiraz und Isfahan liegt, erkennbar an Sechseckformen im Medaillon, in den Ecken und im Innenfeld, meist mit einer kleinen Rosette in der Mitte des Medaillons, sowie an Tier- und Pflanzenmotiven. Der Wollflor sitzt in der Regel auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle; die Angaben zu seiner Höhe widersprechen sich und reichen von dünn und kurz geschoren bis recht hoch. Die Knotendichte ist für einen Dorfteppich hoch, wie es die detailreichen Motive erfordern; manche Quellen geben rund 350 000 Knoten pro Quadratmeter an (etwa 225 Knoten pro Quadratzoll), doch die veröffentlichten Werte gehen weit auseinander. Die Innenfelder sind meist in dunklem Marineblau oder tiefem Rot gehalten, mit Akzenten in Creme, Gelb, Orange, Blau und Grün. Der Ort hat keinen eigenen Teppichmarkt, daher werden die fertigen Teppiche auf dem Basar von Shiraz verkauft.
Florales Allover-Muster, bei dem Blütenzweige, Rosetten und belaubte Zweige, oft in symmetrischen Paaren angeordnet, über das Feld verteilt sind, in der Regel ohne zentrales Medaillon, das den Blick fesselt. Das persische Wort afshan bedeutet „verstreut“ oder „bestreut“. Der offene, luftige Aufbau ist zum Beispiel auf dem hellen, elfenbeinfarbenen Grund mancher Sarough-Teppiche zu sehen.
Eine der drei Hauptmusterfamilien persischer Teppiche neben dem geometrischen Muster und dem Herati-Muster: Muster aus Blumen, Blättern und Ranken in fließenden Kurven. Sie herrscht bei Stadt- und Manufakturteppichen wie Tabriz, Kashan, Kerman, Sarough, Nain und Isfahan vor, wo eine hohe Knotendichte feine Details erlaubt, und greift typischerweise auf Formen wie das Shah-Abbasi-Muster und Rosetten zurück. Blumenmotive, den Knüpfern zwar schon früher bekannt, sollen in persischen Teppichen ab dem 16. Jahrhundert verbreitet geworden sein. Florale Teppiche gibt es in zwei Anordnungen: mit zentralem Medaillon, wo Blumen und Zweige kleiner sind, oder als Allover-Muster mit größeren Blumen.
Das breiteste Band, das das Innenfeld eines Teppichs einrahmt, meist von einer oder mehreren deutlich schmaleren Nebenbordüren flankiert. Seine Farbe unterscheidet sich normalerweise von der des Innenfelds, und sein Ornament, etwa florale Ranken, Vasen, Rosetten oder geometrische Wiederholungen, läuft an allen vier Seiten um. Bei Stadtteppichen wird erwartet, dass das Muster an den Ecken sauber umgelenkt wird, während Stammesteppiche es seltener durchgehend beibehalten. Unter einem Esstisch bleibt vor allem die Bordüre sichtbar, weshalb ihre Farbe und ihr Muster bei der Wahl eines Teppichs besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Teppiche, die im Kaukasus gewebt werden, der Gebirgsregion zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer, deren Südteil im heutigen Armenien, Georgien und Aserbaidschan liegt; dort wurden im 19. Jahrhundert erstmals Kazak-Teppiche hergestellt. Die Bezeichnung steht für die geometrische, an Stammesteppiche erinnernde Weberei der Region, am bekanntesten durch Kazak-Teppiche mit großen Medaillons, Rosetten und Stammessymbolen, und beschreibt oft Muster, die Weber andernorts aufgreifen, etwa bei manchen Ghutschan-, Mehraban- und Bidjar-Teppichen. Die heutigen Kazak-Teppiche aus Pakistan lassen diese Tradition wieder aufleben.
Stilisiertes, fächer- oder palmblattförmiges Blütenmotiv, dessen Blütenblätter oder Blätter sich von einem gemeinsamen Ansatz aus auffächern. Es wiederholt sich in den Innenfeldern und Bordüren von Stadtteppichen wie Kashan und Tabriz, meist neben Arabeskenranken, Rosetten und Blütenzweigen. In Sultanabad-Teppichen sind die Palmetten überdimensioniert gezeichnet und in einem Allover-Muster zwischen eckige Ranken gesetzt.
Rundes, blumenartiges Ornament, dessen Blütenblätter gleichmäßig von einer Mitte ausstrahlen, wie eine Blüte von oben gesehen. Etwa ab dem 16. Jahrhundert, als florale Muster in die persischen Teppiche Einzug hielten, begannen die Knüpfer, eine Rosette in die Mitte des Innenfelds zu setzen, woraus das Zentralmedaillon der floralen Stadtteppiche hervorging, wie beim kreisförmigen Rosettenmedaillon mit geschwungenen Linien auf einem runden Tabriz-Teppich im Shah-Abbasi-Muster. Bei Abadeh-Teppichen markiert eine kleine Rosette in Marineblau, Rot oder Creme die Mitte des Medaillons, eines der Merkmale, an denen sich der Typ erkennen lässt. Rosetten wiederholen sich auch entlang der Bordüren, wie bei Tabriz- und Bachtiar-Teppichen, sowie zwischen den Ranken und Palmetten von Sultanabad-Teppichen.
Bordürenmuster aus sich wiederholenden, stark stilisierten Formen, die wie Schildkröten oder Krabben wirken und dem Rahmen einen gleichmäßigen Rhythmus geben. Es gilt als Kennzeichen der Heriz-Teppiche und wird auch als klassische Bachtiar-Bordüre beschrieben, in der es mit Rosetten kombiniert ist.
Geometrisches Muster aus sechseckigen Formen, vor allem als Markenzeichen der Abadeh-Teppiche bekannt: Ein großes Sechseck breitet sich über das Innenfeld aus, oft mit kleineren Sechsecken zu einem zentralen Rosettenmedaillon hin. Die Knüpfer von Abadeh entwickelten es, damit sich ihre Teppiche von anderen der Region abheben. Sechseckige oder rautenförmige Medaillons sind auch für Hamadan- und Malayer-Teppiche typisch, und ältere Zanjan-Teppiche setzen ein sechseckiges Medaillon als Rahmen um das Zentralmedaillon.
Klassischer persischer Blumenstil, benannt nach dem Safawidenherrscher Schah Abbas und mit den Teppichen seiner Regierungszeit vor etwa 400 Jahren in Verbindung gebracht. Seine Hauptmerkmale sind stilisierte, federartige Palmettenblätter und Lotusblüten (der Lotus ist ein uraltes Symbol für langes Leben), in strenger Symmetrie mit Rankenornamenten um ein zentrales Medaillon angeordnet, oft eine Rosette. Frühe Beispiele bevorzugten tiefe Rot- und Blautöne, während spätere Teppiche dieses Stils häufig zu gedämpften Neutraltönen übergehen. Das Muster findet sich in Kashan-, Nain- und Tabriz-Teppichen.