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Aus der RegionساروقSarough
Zwei Knoten pro Büschel — ein dichterer, langlebigerer Flor, der sein Muster über Jahrzehnte bewahrt.

SaroughIm Teppichlexikon nachschlagen ist ein Dorf im Bezirk Farahan in der Provinz Markazi im Zentraliran, rund 50 km nördlich der Provinzhauptstadt ArakIm Teppichlexikon nachschlagen. Arak selbst hieß bis in die 1930er-Jahre SultanabadIm Teppichlexikon nachschlagen, und dieser alte Name steht bis heute auf Teppichen, die im Handel angeboten werden. Sarough, Farahan, Sultanabad und Mahal sind also keine vier voneinander unabhängigen Orte, sondern Namen aus ein und derselben Gegend der Ebene von Arak. Im Handel steht der Dorfname längst für mehr als das Dorf: Er bezeichnet den Manufakturstil des gesamten Bezirks, geknüpft von ausgebildeten Knüpfern an städtischen Webstühlen und nicht von Nomaden. Daneben begegnen Ihnen die Schreibweisen „Sarouk“, „Saruk“ und „Saruq“, die alle dieselbe Provenienz meinen.
Bekannt wurde die Knüpferei der Region im 19. Jahrhundert, als der Teppichhandel darauf aufmerksam wurde, dass diese Manufakturen ungewöhnlich feine Zeichnungen, satte Farben und eine Verarbeitung lieferten, deren Qualität von Stück zu Stück gleich blieb. Diese Beständigkeit war eine Frage der Organisation: Geknüpft wurde nach einer gezeichneten Musterkarte statt nach einem Muster, das man im Kopf trug, mehrere Knüpfer saßen an einem WebstuhlIm Teppichlexikon nachschlagen, und ein Meisterknüpfer achtete darauf, dass die Zeichnung sauber blieb. So entstand eine Verlässlichkeit, die Dorf- und NomadenteppicheIm Teppichlexikon nachschlagen nur selten bieten, und mehr als jedes einzelne Motiv hat sie den Ruf des Namens begründet.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gingen die Teppiche nach Europa und später in großen Stückzahlen in die Vereinigten Staaten. Muster und Farben wurden gezielt auf den Geschmack dieser Märkte zugeschnitten, und zwar so konsequent, dass daraus ein eigener Typ mit eigenem Namen hervorging: der sogenannte amerikanische Sarough, vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren geknüpft und in den USA überaus beliebt. Im Handel heißt diese Gruppe auch Mohajeran-Sarough, nach einem weiteren Dorf im Bezirk Arak, wobei der Name Mohajeran oft den feinsten Stücken dieser Zeit vorbehalten bleibt. Ein verwandter Dorftyp, der Lilihan, wurde zum Teil von armenischen Knüpfern gefertigt und hat ein eigenes Muster, das bei amerikanischen Käufern großen Anklang fand.
Im selben Zeitraum wandelten sich auch die Namen. Stücke aus dem 19. Jahrhundert wurden meist nach dem Bezirk als Farahan verkauft, erst im 20. Jahrhundert setzte sich der Name Sarough durch, weshalb ältere Teppiche bis heute unter beiden Bezeichnungen katalogisiert werden. Auch die Qualität verlief nicht ohne Brüche. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts sanken die Standards merklich, woran man sich im Handel gut erinnert; es waren die Meisterknüpfer in den Manufakturen selbst, die das erkannten und das Niveau recht schnell wieder anhoben. Zudem betrieb eine staatliche Stelle in den Knüpferstädten, allen voran in diesem Bezirk, kontrollierte Manufakturen und überwachte WolleIm Teppichlexikon nachschlagen wie Knüpfung: Wer auch nur einen kleinen Fehler machte, musste die Stelle herausschneiden und neu knüpfen.
Die Zeichnung ist floral statt geometrisch und entweder um ein ZentralmedaillonIm Teppichlexikon nachschlagen angelegt oder als durchgehendes Feldmuster; am häufigsten begegnen Ihnen das florale Allover-Muster und das florale Medaillon. Innerhalb dieser Kompositionen finden sich alle klassischen persischen Motive: Herati, das Gitter aus Fisch und Blatt; BotehIm Teppichlexikon nachschlagen, die gebogene Mandelform, aus der in Europa das Paisley wurde; GulIm Teppichlexikon nachschlagen Hennai, die Hennablüte; und Afshan, wörtlich »verstreute Blumen«, ein Allover aus symmetrischen belaubten Zweigen, Rosetten und paarigen Blütenranken ohne Medaillon als Blickfang. Ebenso entstehen hier Teppiche mit offenem Innenfeld, GartenmusterIm Teppichlexikon nachschlagen mit Feldereinteilung und VasenmusterIm Teppichlexikon nachschlagen, außerdem Bildteppiche, an die sich nur wenige Manufakturzentren überhaupt heranwagen: allen voran Täbris, dann Kaschan, Isfahan und eben dieser Bezirk.
Ein Detail sollten Sie kennen, bevor Sie einen Teppich genauer betrachten. Die Hauptbordüre eines Sarough-Teppichs wird meist von einer deutlich schmaleren NebenbordüreIm Teppichlexikon nachschlagen begleitet, einem feinen Wächterstreifen, der die breite Bordüre einfasst; wer das einmal gesehen hat, erkennt es auch vom anderen Ende des Raumes aus. Zudem hebt sich die Bordüre fast immer farblich vom Innenfeld ab, sodass die Komposition wie ein Bild im Rahmen wirkt und nicht wie eine durchgehende Fläche von Kante zu Kante.
Das Innenfeld ist meist hell in Beige, Elfenbein oder Creme, dunkel in Marine- oder Mittelblau, oder aber rot. Gerade das Rot ist aufschlussreich. Das Rot eines Sarough-Teppichs neigt zu Rost und Orange statt zu Burgunder, und an diesem Stich lässt sich ein Sarough am schnellsten von den kühleren, tieferen Rottönen aus Kaschan oder Täbris unterscheiden. Akzente setzen Gelbtöne und zahlreiche Nuancen von Blau und Grün. Insgesamt ist die Farbpalette breit, in ihrer Vielfalt mit Täbris vergleichbar, und beruht überwiegend auf Naturfarben; deshalb gewinnen antike Stücke mit den Jahren eher an Schönheit, statt müde zu wirken.
Der Aufbau folgt dem, was sich in den städtischen Manufakturen durchgesetzt hat: ein Grundgewebe aus Baumwolle, fest und formstabil, das den Teppich plan und im rechten Winkel hält und dem Verzug widersteht, der ein lockereres Gewebe aus der Form bringt. Der FlorIm Teppichlexikon nachschlagen ist aus Wolle, gelegentlich aus Wolle mit Seide, die dann nur für Akzente eingesetzt wird. Ein Grundgewebe aus Seide gehört nicht zu dieser Tradition; wird eines behauptet, lohnt sich ein zweiter, prüfender Blick. Manche älteren Stücke sind aus KorkwolleIm Teppichlexikon nachschlagen, einer besonders weichen und feinen Wollqualität, geknüpft und kurz geschoren; neben den dickeren modernen Stücken gibt es also durchaus auch antike Sarough-Teppiche mit kurzem Flor.
Geknüpft wird mit dem persischen, also asymmetrischen Knoten, der eine dichteIm Teppichlexikon nachschlagen Knüpfung erlaubt und Rundungen folgt, ohne dass die Zeichnung eckig wird. Einige ältere Sarough-Teppiche wurden stattdessen mit dem türkischen Knoten geknüpft. Die KnotendichteIm Teppichlexikon nachschlagen ist mittel bis hoch und erreicht in der Spitze rund 320 Knoten pro Quadratzoll (KPSI), also etwa 500.000 Knoten pro Quadratmeter; viele gute Stücke liegen deutlich darunter. Schon antike Exemplare mit etwas über 200 KPSI zeigen Ranken, die fließend geschwungen sind, statt in Stufen zu zerfallen. Dichten weit über 320 KPSI erreichen die sehr feinen Stadtteppiche aus GhomIm Teppichlexikon nachschlagen, Isfahan und Nain, nicht dieser Bezirk.
Der Flor ist mittelhoch bis hoch, womit diese Teppiche eher zu HerizIm Teppichlexikon nachschlagen, Mesched und BidjarIm Teppichlexikon nachschlagen gehören als zu den kurz geschorenen Stadtteppichen. Im Alltag zählt das: Ein höherer Flor verträgt viele Schritte, daher eignet sich ein Sarough-Teppich für Flur, Wohnzimmer oder Esszimmer, wo ein dunkles Innenfeld zudem mal einen verschütteten Tropfen verzeiht. Die Strapazierfähigkeit ist hier keine bloße Behauptung. Stücke, die 40 oder 50 Jahre alt sind, tauchen regelmäßig in ausgezeichnetem Zustand auf, und einen direkteren Beweis kann ein Teppich kaum liefern.
Kaum eine andere Provenienz deckt die Größen so vollständig ab. Kleine Vorleger ab etwa 60 × 90 cm, Brücken bis 120 × 180 cm, die gängigen Zimmerformate 150 × 210 und 180 × 270 cm, große Formate von 240 × 300 und 300 × 425 cm und Übergrößen darüber hinaus stammen alle aus diesem Bezirk. Die Manufakturen verfügen über sehr große Webstühle und reichlich Kapazität, sodass auch Auftragsarbeiten und Palastformate über etwa 3,6 × 5,5 m möglich sind. Eine besondere Stärke sind Teppichläufer von etwa 1,8 bis 6 m Länge, in schmaler und breiter Ausführung, wobei die breiten eher bei älteren Stücken vorkommen.
Zum Schluss ein Blick auf die Nachbarn. Teppiche aus dem Südosten von Malayer folgen der Zeichnung von Sarough und Farahan so eng, dass sich beide kaum auseinanderhalten lassen, und der jüngere Mehraban-Stil lehnt sich an Sarough-Muster an, besonders an das Design des amerikanischen Sarough. Der Einfluss geht hier nach außen: Diese Zeichnung wird von den Nachbarn weit häufiger kopiert, als sie selbst bei ihnen Anleihen nimmt. Für Käufer läuft es auf etwas ganz Einfaches hinaus. Ein Sarough-Teppich bietet eine geschwungene florale Zeichnung und ein unverwechselbares Rot, auf einem Grundgewebe und mit einem Flor, die dafür gemacht sind, jahrzehntelang begangen zu werden.

Ein Perserteppich ist ein im Iran handgeknüpfter Teppich – und die Tradition dahinter ist die älteste, die sich überhaupt belegen lässt. Der älteste erhaltene Teppich, der Pazyryk-TeppichIm Teppichlexikon nachschlagen, wurde in einem gefrorenen Grabhügel entdeckt, der ihn konserviert hatte. Er stammt aus dem fünften Jahrhundert v. Chr., ist also rund 2.500 Jahre alt – und doch ist er bereits ein ausgereiftes Werk, kein tastender Anfang. Was als wärmende, strapazierfähige Bodenbedeckung für die Haushalte nomadischer Stämme begann, wuchs im Lauf dieser Jahrhunderte zu der Kunstform heran, aus der jedes andere Land mit Teppichtradition geschöpft hat.
Zwei spätere Kapitel prägen bis heute, wie ein Perserteppich aussieht. Unter den Safawiden, von 1501 bis 1732, förderte der Hof die Knüpfkunst ebenso wie Malerei und Kalligrafie, und die Manufakturen von Tabriz, HeratIm Teppichlexikon nachschlagen, Kashan und Kerman schufen die Meisterwerke, die heute in Museen zu sehen sind. In dieser Zeit entstand das große ZentralmedaillonIm Teppichlexikon nachschlagen, und die Entwürfe wurden so aufwendig, dass ein eigener Entwerfer – oft ein Miniaturmaler – das Muster als KnüpfvorlageIm Teppichlexikon nachschlagen auf Papier zeichnete, nach der die Knüpfer arbeiteten. Das zweite Kapitel folgte im neunzehnten Jahrhundert unter den Kadscharen: Die Produktion erreichte ihren historischen Höhepunkt, der Export nach Europa und Amerika boomte, und das Manufakturwesen, dessen Erben bis heute knüpfen, nahm seine moderne Gestalt an.
Der Handel teilt Perserteppiche in drei Familien ein. Stadtteppiche wie Tabriz-, Kashan-, Kerman-, Isfahan- und Nain-Teppiche werden in Manufakturen nach einer gezeichneten Knüpfvorlage gefertigt, erreichen die höchsten Knotendichten und bieten die größte Auswahl an Farben, Größen und Mustern. Dorfteppiche wie HerizIm Teppichlexikon nachschlagen-, Bachtiar- und KaradjaIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche stehen dazwischen: meist geometrisch und größtenteils aus dem Gedächtnis geknüpft. NomadenteppicheIm Teppichlexikon nachschlagen – Belutsch- und QashqaiIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche sowie turkmenische Teppiche, jeweils nach dem Volk benannt, das sie knüpft – entstehen auf kleinen, tragbaren Webstühlen und fallen deshalb kleiner aus; ihre kräftige geometrische Zeichnung entsteht im Kopf der Knüpferin, nicht auf dem Papier.
Die Formensprache schöpft aus einem reichen Motivschatz: Shah-Abbasi-Palmetten, fließende Arabesken, das kleine, sich wiederholende Herati-MusterIm Teppichlexikon nachschlagen, Medaillons, GartenmusterIm Teppichlexikon nachschlagen und LebensbaumIm Teppichlexikon nachschlagen-Kompositionen. Zusammen mit regionalen Eigenheiten ergeben sie Stile, die ein geübtes Auge auf einen Blick zuordnen kann – von den kräftigen geometrischen Medaillons der Heriz-Teppiche bis zu den feinen, geschwungenen Blumenmustern der Isfahan-Teppiche.
Die klassische Farbpalette beruht auf Naturfarben: Krapprot, Indigoblau, Safrangelb und sanfte Elfenbeintöne, über Jahrhunderte zu harmonischen Kombinationen verfeinert. Naturfarben altern in Würde – sie werden mit den Jahren weicher und milder und entwickeln jene Patina, für die ältere Teppiche so geschätzt werden. Leichte Tonverschiebungen zwischen den FärbechargenIm Teppichlexikon nachschlagen, der sogenannte AbrashIm Teppichlexikon nachschlagen, sind ein Zeichen für Naturfärbung in kleinen Chargen, kein Fehler.
Der FlorIm Teppichlexikon nachschlagen ist fast immer aus WolleIm Teppichlexikon nachschlagen, und die Wolle entscheidet maßgeblich über die Qualität des Teppichs. Das beste Vlies stammt von Herden im Hochland, wo es dichter wächst und reicher an natürlichem Wollfett ist; Wolle aus der Frühjahrsschur übertrifft die Herbstschur, und handgesponnenes GarnIm Teppichlexikon nachschlagen ergibt einen feineren, weicheren Faden als maschinell gesponnenes. Feine Stücke setzen Seidenakzente in den Wollflor, und die feinsten sind reine Seidenteppiche. Das Grundgewebe besteht bei Stadtteppichen meist aus Baumwolle, bei Nomadenteppichen und älteren Stücken aus Wolle und im obersten Segment aus Seide.
Jeder Knoten wird von Hand geknüpft, einer nach dem anderen, und zwar in einer von zwei Formen: als asymmetrischer (persischer) Knoten, üblich im Zentrum und im Osten des Iran, oder als symmetrischer (türkischer) Knoten, der im Nordwesten verbreitet ist, seit seldschukische Knüpfer ihn im elften und zwölften Jahrhundert einführten. Ein großer Teppich zählt rund zwei Millionen Knoten und kann eine Knüpferin etwa ein Jahr lang beschäftigen.
Die KnotendichteIm Teppichlexikon nachschlagen ist die Zahl, an der sich Einsteiger gern festbeißen, und die feinsten Stücke mit einem Grundgewebe aus Seide erreichen tatsächlich bis zu 1.000 Knoten pro Quadratzoll. Doch die DichteIm Teppichlexikon nachschlagen zählt nur so weit, wie die Zeichnung sie verlangt: Ein Isfahan mit geschwungenen Linien braucht eine feine Knüpfung, um gestochen scharf zu bleiben, während ein geometrischer Heriz bekanntlich schon bei moderater Knotendichte ausgesprochen strapazierfähig ist. Material, Symmetrie, Farbharmonie und Zustand sagen mehr über die Qualität aus als jede einzelne Zahl.
Perserteppiche fügen sich in moderne Räume so selbstverständlich ein wie in klassische – als Blickfang im Wohnzimmer, als ruhender Pol unter dem Esstisch oder als dezenter Akzent im Schlafzimmer. Die Pflege ist unkompliziert: behutsam saugen, ohne rotierende Bürste, den Teppich gelegentlich drehen, damit er sich gleichmäßig abnutzt, und etwa alle fünf Jahre eine professionelle Teppichwäsche – im Flur oder Eingangsbereich öfter, in einem wenig genutzten Raum seltener.
Ein handgeknüpfter Perserteppich überdauert meist seine Besitzer. Hundertjährige Stücke sind nicht selten noch in bestem Zustand, die Farben harmonisch gereift, der Flor geschmeidig, und sehen oft besser aus als an dem Tag, an dem sie vom WebstuhlIm Teppichlexikon nachschlagen kamen. Ein gut gewählter, gut gepflegter Teppich behält seinen Wert und wird als Erbstück in der Familie weitergegeben, statt ersetzt zu werden – und genau dafür waren die Knoten, die Wolle und die Farben schon immer gedacht.
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