Veredelungsverfahren, das neu gefertigten Teppichen ein antikes Aussehen verleiht; am bekanntesten bei pakistanischen Peshawar-Teppichen (Chobi) sowie bei Teppichen im Oushak- und Kazak-Stil. Der frisch gewebte, zunächst dunklere Teppich wird stonegewaschen, im Handel „Antikwäsche“ genannt, wodurch die Farbstoffe weicher werden, mitunter zusätzlich chemisch gewaschen; außerdem kann er starkem Sonnenlicht ausgesetzt werden, und sein Flor wird kurz geschoren, sodass er sich dünn anfühlt, aber haltbar bleibt. Natürliche Alterung lässt die Farbe sanft und gleichmäßig entlang des Flors verblassen, ein behandelter Teppich wirkt dagegen ausgebleicht und zeigt mitten in den Fasern ein scharf abgesetztes Farbband. Da diese Teppiche gezielt abgenutzt wirken sollen, beweist ein abgenutztes Aussehen allein noch nicht, dass ein Teppich alt ist.
Neu gefertigter Teppich, der die Muster deutlich älterer Teppiche nachbildet und oft nachträglich so behandelt wird, dass er gealtert wirkt: mit kurz geschorenem, niedrigem Flor, Stonewash-Behandlung, Sonneneinwirkung und weich abgestuften Naturfarben, obwohl er tatsächlich nicht alt ist. Typisch sind Peshawar-Teppiche (Chobi) sowie in Pakistan gefertigte Teppiche im Oushak- und Kazak-Stil. Weil alte Muster immer wieder nachgebildet werden, lässt sich ein Teppich nicht am Muster allein datieren, und auch die Abnutzung ist ein unzuverlässiger Anhaltspunkt. Fachleute achten stattdessen auf die Farbe: Naturfarben verblassen entlang der Florfaser sanft von der Spitze bis zum Ansatz, während behandelte Farbe eher ausgebleicht wirkt und ein scharf abgesetztes Farbband zeigt. Ein angeblich sehr alter Teppich ganz ohne Reparaturen kann eine neuere Kopie sein.
Wollgarn, das aus gereinigtem, kardiertem Vlies von Hand oder auf einem Handspinnrad statt maschinell gesponnen wird; anschließend werden die gesponnenen Fäden vor dem Färben zu dickeren, festeren Strängen verzwirnt. Es ergibt feinere, weichere Fäden als maschinelles Spinnen, sodass sich die Wolle weicher anfühlt und glänzender wirkt, und das Handspinnen soll das natürliche Lanolin der Wolle bewahren. Üblich ist es bei in Pakistan gefertigten Kazak- und Peshawar-Teppichen sowie bei afghanischen Khal-Mohammadi-Teppichen, die allesamt auch mit Naturfarben gefärbt werden.
Wolle aus Neuseeland, die zusammen mit Manchester- und Ghazni-Wolle zu den drei bekanntesten hochwertigen Wollen für persische und orientalische Teppiche gezählt wird; gute Teppichwolle dieser Art fühlt sich dick und ölig an. Weil sie importiert wird und nicht aus einheimischen Herden stammt, wirkt sich ihre Verwendung auf den Preis eines Teppichs aus. Genannt wird sie für den Flor von in Pakistan gewebten Oushak-, Ziegler- und Peshawar-Teppichen, mitunter zusammen mit Ghazni-Wolle, sowie für den dicken Flor von Kazak-Azari-Teppichen.
Handgeknüpfte Teppiche aus Pakistan, die in der Stadt Peshawar im Norden des Landes entstehen und auch als Chobi bezeichnet werden. Sie kopieren alte persische und türkische Muster, meist florale Allover-Muster oder sich wiederholende Muster (Medaillons sind selten, weil sich Allover-Anordnungen für mehr Räume eignen), aus handgesponnener Wolle und mit Pflanzenfarben. Die Teppiche werden in dunkleren Tönen geknüpft, dann im Stonewash-Verfahren gewaschen und in der starken Sonne ausgelegt, und der Flor wird kurz geschoren, damit das Muster zur Geltung kommt; so erhält ein neuer Teppich ein antikes Aussehen. Die Farben sind weich und gedämpft, oft beigebetont, mit bewusst eingesetzten Hell-Dunkel-Schwankungen, die alte Teppiche nachahmen; die Teppiche fühlen sich dünn an, sind aber strapazierfähig. Dieselbe Optik wird auch als Oushak, Ziegler oder Ferahan verkauft.
Nachbehandlung, die neu gefertigten Teppichen ein antikes Aussehen verleiht; am bekanntesten von Peshawar-Teppichen (Chobi) und heute gefertigten Teppichen im Kazak-Stil. Der frisch geknüpfte Teppich, dessen Farben zunächst dunkel sind, wird im Stonewash-Verfahren gewaschen (Peshawar-Teppiche werden zusätzlich starkem Sonnenlicht ausgesetzt), damit die Farben weicher werden und verblassen, und der Flor wird kurz geschoren; deshalb fühlen sich diese Teppiche dünn und flach an und bleiben dennoch haltbar. Teppiche im Oushak-Stil aus denselben Werkstätten erhalten eine vergleichbare Antikwäsche. Künstlich gealterte Farben wirken dagegen eher ausgebleicht und zeigen mitten in jeder Faser ein scharf abgesetztes Farbband, anders als das gleichmäßige Verblassen bei natürlicher Alterung.
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