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Aus der RegionنصرآبادNasrabad

Nasrabad liegt am Wüstenrand südöstlich von Isfahan, im Bezirk Jarqavieh der Provinz Isfahan im Zentraliran, etwa 60 bis 70 Kilometer von der Stadt entfernt. Der Name ist zusammengesetzt aus dem arabischen nasr, Sieg oder Beistand, und der persischen Endung -abad, die einen besiedelten und urbar gemachten Ort bezeichnet. In persischer Schrift lautet er نصرآباد. Ob mit dem Nasr ein Gründer gemeint war oder schlicht das Wort für Sieg, ist nicht überliefert; die Bildung ist so verbreitet, dass beide Lesarten vorkommen. Auf Orte dieser Art, weit genug von einer Stadt entfernt, um im Takt des Dorfes zu arbeiten, und nah genug, um auf ihrem Markt zu verkaufen, entfällt ein großer Teil dessen, was im Iran überhaupt geknüpft wird.
Eine Einschränkung gehört gleich an den Anfang. Nasrabad ist einer der häufigsten Ortsnamen des Iran: Dutzende Siedlungen tragen ihn, in GhomIm Teppichlexikon nachschlagen, Yazd, Kerman, Markazi und Chorasan ebenso wie in der Provinz Isfahan, denn die Endung -abad wurde überall dort angehängt, wo Land unter den Pflug kam. Gemeint ist hier das Nasrabad bei Isfahan. Ein Name, den so viele Orte tragen, legt den Ort für sich genommen jedoch nicht fest, und ein Nasrabad in Chorasan gehörte einer ganz anderen Knüpftradition an. Ein so bezeichneter Teppich wird am besten danach beurteilt, was er tatsächlich ist, nach WolleIm Teppichlexikon nachschlagen, Zeichnung und Knüpfung, und nicht nach der Sicherheit, die das Etikett zu versprechen scheint.
Die Arbeit an einem solchen Ort gehört zur Dorfware, nicht zur Nomaden- und nicht zur Stadtware, und diese Unterscheidung ist praktisch gemeint, nicht abschätzig. Dorfknüpferinnen sind sesshaft: Sie haben feste Webstühle, besseres Werkzeug, verlässlichen Zugang zu Farbstoffen und eine gesicherte Wollversorgung, alles Dinge, die eine umherziehende Familie nicht mitführen kann. Was ihnen fehlt, ist der Apparat einer städtischen Manufaktur: keine Knüpfpatrone, die jeden einzelnen Knoten vorschreibt, kein Aufseher, der ein Hausmuster durchsetzt. So entsteht Arbeit, die gleichmäßiger ausfällt als die der Nomaden und freier als die der Stadt.
Diese Zwischenstellung zeigt sich an den Teppichen selbst. Die KnotendichteIm Teppichlexikon nachschlagen der Dorfware liegt in aller Regel über der nomadischen und unter der städtischen, und das Größenspektrum ist breiter, als ein Nomadenlager es bewältigen kann: Eine sesshafte Werkstatt hält Webstühle in mehreren Längen und ist nicht auf kleine Maße und Teppichläufer beschränkt. Der Aufbau ist über die iranischen Dorfknüpfungen hinweg bemerkenswert einheitlich: ein Wollflor, geknüpft auf einem Grundgewebe aus Baumwolle, das dem Teppich einen flachen, stabilen Körper gibt, der seine Form hält und auch harte Beanspruchung ohne Verzug übersteht.
Kleine Knüpforte haben selten einen eigenen Markt. Die fertigen Teppiche gehen in die nächste größere Stadt und werden dort verkauft. Deshalb sind so viele Perserteppiche zwar nach dem Ort benannt, in dem sie entstanden, gekauft und exportiert wurden sie aber unter dem Namen der Stadt, die mit ihnen handelte. Für ein Dorf in Jarqavieh ist diese Stadt Isfahan: Ihr Basar macht die Preise, liefert das Material und prägt mit der Zeit auch die Vorstellung einer Knüpferin davon, wie ein Teppich auszusehen hat.
Isfahan selbst sollte man in diese Teppiche nicht hineinlesen. Die städtische Ware aus Isfahan zählt zum Feinsten, was im Iran geknüpft wird: etwa 500 bis 700 Knoten pro Quadratzoll (KPSI), gearbeitet aus KorkwolleIm Teppichlexikon nachschlagen junger Schafe oder aus Wolle und Seide und nach Patronen geknüpft, die selbst feine Rundungen eines Entwurfs sauber in den FlorIm Teppichlexikon nachschlagen übertragen. Das ist der Gegenpol zur Dorfknüpferei und keine Beschreibung von ihr. Den kleinen Ort im Bezirk und die Stadt verbinden Markt und Gewohnheit, nicht eine gemeinsame Technik.
Was ein Dorfteppich aus diesem Bezirk am ehesten zeigt, ist Geometrie: ein MedaillonIm Teppichlexikon nachschlagen aus geraden Linien und gestuften Kanten oder ein durchgemustertes Feld mit sich wiederholenden Motiven, BotehIm Teppichlexikon nachschlagen oder dem Herati-MusterIm Teppichlexikon nachschlagen, einer RosetteIm Teppichlexikon nachschlagen im Rahmen von vier geschwungenen Blättern. Die geschwungene florale Zeichnung, für die die Stadt berühmt ist, braucht eine Patrone und eine sehr hohe DichteIm Teppichlexikon nachschlagen, damit sie scharf und sauber ausfällt, und dafür sind Dorfwebstühle nicht eingerichtet. Erwarten Sie also eine klare, kantige Zeichnung statt einer feinen, fließenden. Diese Erwartung ergibt sich aus der Kategorie, nicht aus einem belegten Musterbuch aus Nasrabad. Vertrauen Sie deshalb eher dem Teppich vor Ihnen als dem Etikett darüber.
Praktisch folgt daraus die Haltbarkeit. Ein Wollflor auf Baumwolle in mittlerer Dichte, mit einem Muster, das nicht von feinen Details lebt, ist ein Bodenbelag und kein Wandstück, und er altert auf eine Weise, die den meisten mit der Zeit gefällt: Der Flor verdichtet sich und bekommt einen leichten Glanz, kleine Unterschiede zwischen den FärbepartienIm Teppichlexikon nachschlagen treten als Abrasch hervor, und die Geometrie bleibt auch nach Jahrzehnten täglicher Begehung klar erkennbar. Die Knotenzahl wiegt hier weniger schwer als bei einer floralen Stadtknüpfung, wo verwaschene Kurven die Knüpferin verraten. Das sind robuste Wollteppiche für Flure, Küchen und Räume, in denen die Möbel umgestellt werden.
Beim Wert hilft Nüchternheit mehr als Begeisterung. Nasrabad ist kein Name, der von sich aus einen Aufpreis rechtfertigt, wie Isfahan, Täbris oder Nain es tun, und ein Teppich, der unter diesem Namen angeboten wird, sollte nach dem beurteilt werden, was er ist: nach der Qualität der Wolle, der Klarheit der Zeichnung, der Gleichmäßigkeit der Knüpfung, den Farben und dem Zustand. An diesen Maßstäben gemessen, bietet ein Dorfteppich aus dem Umland von Isfahan oft mehr Teppich fürs Geld als ein vergleichbares Stück mit berühmtem Namen, und er verlangt seinem Besitzer wenig ab: Man dreht ihn gelegentlich, damit sich der Verschleiß gleichmäßig verteilt.

Ein Perserteppich ist ein im Iran handgeknüpfter Teppich – und die Tradition dahinter ist die älteste, die sich überhaupt belegen lässt. Der älteste erhaltene Teppich, der Pazyryk-TeppichIm Teppichlexikon nachschlagen, wurde in einem gefrorenen Grabhügel entdeckt, der ihn konserviert hatte. Er stammt aus dem fünften Jahrhundert v. Chr., ist also rund 2.500 Jahre alt – und doch ist er bereits ein ausgereiftes Werk, kein tastender Anfang. Was als wärmende, strapazierfähige Bodenbedeckung für die Haushalte nomadischer Stämme begann, wuchs im Lauf dieser Jahrhunderte zu der Kunstform heran, aus der jedes andere Land mit Teppichtradition geschöpft hat.
Zwei spätere Kapitel prägen bis heute, wie ein Perserteppich aussieht. Unter den Safawiden, von 1501 bis 1732, förderte der Hof die Knüpfkunst ebenso wie Malerei und Kalligrafie, und die Manufakturen von Tabriz, HeratIm Teppichlexikon nachschlagen, Kashan und Kerman schufen die Meisterwerke, die heute in Museen zu sehen sind. In dieser Zeit entstand das große ZentralmedaillonIm Teppichlexikon nachschlagen, und die Entwürfe wurden so aufwendig, dass ein eigener Entwerfer – oft ein Miniaturmaler – das Muster als KnüpfvorlageIm Teppichlexikon nachschlagen auf Papier zeichnete, nach der die Knüpfer arbeiteten. Das zweite Kapitel folgte im neunzehnten Jahrhundert unter den Kadscharen: Die Produktion erreichte ihren historischen Höhepunkt, der Export nach Europa und Amerika boomte, und das Manufakturwesen, dessen Erben bis heute knüpfen, nahm seine moderne Gestalt an.
Der Handel teilt Perserteppiche in drei Familien ein. Stadtteppiche wie Tabriz-, Kashan-, Kerman-, Isfahan- und Nain-Teppiche werden in Manufakturen nach einer gezeichneten Knüpfvorlage gefertigt, erreichen die höchsten Knotendichten und bieten die größte Auswahl an Farben, Größen und Mustern. Dorfteppiche wie HerizIm Teppichlexikon nachschlagen-, Bachtiar- und KaradjaIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche stehen dazwischen: meist geometrisch und größtenteils aus dem Gedächtnis geknüpft. NomadenteppicheIm Teppichlexikon nachschlagen – Belutsch- und QashqaiIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche sowie turkmenische Teppiche, jeweils nach dem Volk benannt, das sie knüpft – entstehen auf kleinen, tragbaren Webstühlen und fallen deshalb kleiner aus; ihre kräftige geometrische Zeichnung entsteht im Kopf der Knüpferin, nicht auf dem Papier.
Die Formensprache schöpft aus einem reichen Motivschatz: Shah-Abbasi-Palmetten, fließende Arabesken, das kleine, sich wiederholende Herati-MusterIm Teppichlexikon nachschlagen, Medaillons, GartenmusterIm Teppichlexikon nachschlagen und LebensbaumIm Teppichlexikon nachschlagen-Kompositionen. Zusammen mit regionalen Eigenheiten ergeben sie Stile, die ein geübtes Auge auf einen Blick zuordnen kann – von den kräftigen geometrischen Medaillons der Heriz-Teppiche bis zu den feinen, geschwungenen Blumenmustern der Isfahan-Teppiche.
Die klassische Farbpalette beruht auf Naturfarben: Krapprot, Indigoblau, Safrangelb und sanfte Elfenbeintöne, über Jahrhunderte zu harmonischen Kombinationen verfeinert. Naturfarben altern in Würde – sie werden mit den Jahren weicher und milder und entwickeln jene Patina, für die ältere Teppiche so geschätzt werden. Leichte Tonverschiebungen zwischen den FärbechargenIm Teppichlexikon nachschlagen, der sogenannte AbrashIm Teppichlexikon nachschlagen, sind ein Zeichen für Naturfärbung in kleinen Chargen, kein Fehler.
Der FlorIm Teppichlexikon nachschlagen ist fast immer aus WolleIm Teppichlexikon nachschlagen, und die Wolle entscheidet maßgeblich über die Qualität des Teppichs. Das beste Vlies stammt von Herden im Hochland, wo es dichter wächst und reicher an natürlichem Wollfett ist; Wolle aus der Frühjahrsschur übertrifft die Herbstschur, und handgesponnenes GarnIm Teppichlexikon nachschlagen ergibt einen feineren, weicheren Faden als maschinell gesponnenes. Feine Stücke setzen Seidenakzente in den Wollflor, und die feinsten sind reine Seidenteppiche. Das Grundgewebe besteht bei Stadtteppichen meist aus Baumwolle, bei Nomadenteppichen und älteren Stücken aus Wolle und im obersten Segment aus Seide.
Jeder Knoten wird von Hand geknüpft, einer nach dem anderen, und zwar in einer von zwei Formen: als asymmetrischer (persischer) Knoten, üblich im Zentrum und im Osten des Iran, oder als symmetrischer (türkischer) Knoten, der im Nordwesten verbreitet ist, seit seldschukische Knüpfer ihn im elften und zwölften Jahrhundert einführten. Ein großer Teppich zählt rund zwei Millionen Knoten und kann eine Knüpferin etwa ein Jahr lang beschäftigen.
Die KnotendichteIm Teppichlexikon nachschlagen ist die Zahl, an der sich Einsteiger gern festbeißen, und die feinsten Stücke mit einem Grundgewebe aus Seide erreichen tatsächlich bis zu 1.000 Knoten pro Quadratzoll. Doch die DichteIm Teppichlexikon nachschlagen zählt nur so weit, wie die Zeichnung sie verlangt: Ein Isfahan mit geschwungenen Linien braucht eine feine Knüpfung, um gestochen scharf zu bleiben, während ein geometrischer Heriz bekanntlich schon bei moderater Knotendichte ausgesprochen strapazierfähig ist. Material, Symmetrie, Farbharmonie und Zustand sagen mehr über die Qualität aus als jede einzelne Zahl.
Perserteppiche fügen sich in moderne Räume so selbstverständlich ein wie in klassische – als Blickfang im Wohnzimmer, als ruhender Pol unter dem Esstisch oder als dezenter Akzent im Schlafzimmer. Die Pflege ist unkompliziert: behutsam saugen, ohne rotierende Bürste, den Teppich gelegentlich drehen, damit er sich gleichmäßig abnutzt, und etwa alle fünf Jahre eine professionelle Teppichwäsche – im Flur oder Eingangsbereich öfter, in einem wenig genutzten Raum seltener.
Ein handgeknüpfter Perserteppich überdauert meist seine Besitzer. Hundertjährige Stücke sind nicht selten noch in bestem Zustand, die Farben harmonisch gereift, der Flor geschmeidig, und sehen oft besser aus als an dem Tag, an dem sie vom WebstuhlIm Teppichlexikon nachschlagen kamen. Ein gut gewählter, gut gepflegter Teppich behält seinen Wert und wird als Erbstück in der Familie weitergegeben, statt ersetzt zu werden – und genau dafür waren die Knoten, die Wolle und die Farben schon immer gedacht.
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