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Aus der RegionکرمانKerman

Die Stadt Kerman liegt im Südosten Irans und ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz wie auch des umliegenden Verwaltungsbezirks. Sie steht am Rand der Hochwüste, dort wo sich das iranische Hochland den alten Handelswegen nach Indien zuwendet. Ältere europäische Quellen schreiben Kirman, die antike Provinz hieß Karmanien, und besiedelt ist der Ort seit dem Altertum. Wirtschaftlich zählte diese Lage lange bevor hier Teppiche geknüpft wurden: Händler, die zwischen Iran und Indien unterwegs waren, nutzten Kerman als eine ihrer Zwischenstationen. Der Wohlstand, die WolleNatürliche tierische Faser, die bei hochwertigen Teppichen für den Flor, bei manchen Teppichen auch für den Knüpfgrund verwendet wird. Sie ist haltbar, elastisch, fleckenbeständig und flammhemmend, fühlt sich unter den Füßen weich und gepolstert an, isoliert gegen Kälte, nimmt Farbstoff leicht auf und hält ihn viele Jahre. Außerdem bindet sie Staubpartikel, was hilft, allergische Reaktionen zu verringern. Die Qualität hängt vor allem davon ab, wo die Schafe weiden: Weiden in großer Höhe und gutes Futter liefern dickere, fettreichere Wolle, wobei Manchester-, Neuseeland- und Ghazni-Wolle zu den bekanntesten geschätzten Sorten zählen. Die Schur im zeitigen Frühjahr und die Handspinnung (feineres, weicheres Garn als beim maschinellen Spinnen) verbessern die Qualität zusätzlich, während dünne, trockene Wolle von toten Schafen in billigeren Teppichen verarbeitet wird.Im Teppichlexikon nachschlagen und der ständige Kontakt zu auswärtigen Käufern, die dieser Verkehr mit sich brachte, sind der handfeste Grund dafür, dass sich ausgerechnet hier und nicht anderswo im Süden ein Teppichgewerbe entwickelte.
Geknüpft wird in der Stadt weitaus länger, als es der Exporthandel vermuten lässt. Unter den Safawiden gehörte Kerman zu den größten Teppichzentren Persiens und wurde in einem Atemzug mit Täbris, Kaschan und HeratTeppiche aus Herat, einer historischen Stadt im Westen Afghanistans, die in der Safawidenzeit (16. bis frühes 18. Jahrhundert) neben Tabriz, Kashan und Kerman zu den größten Zentren der Teppichherstellung zählte. Die Stadt gibt auch dem Herati-Muster ihren Namen, einer wiederholten Raute mit einer kleinen Blüte oder Blättern darin und geschwungenen Blättern an den Seiten, das dort entstanden sein soll und noch heute in vielen persischen Teppichen gewebt wird.Im Teppichlexikon nachschlagen genannt. Aus dieser höfischen Zeit stammt auch die bis heute übliche Arbeitsteilung: Die Muster wurden zu verwickelt, als dass ein Knüpfer sie am Knüpfstuhl noch selbst hätte erfinden können, also entwarf ein Zeichner die Knüpfpatrone und der Knüpfer setzte sie um. Was im 19. Jahrhundert einsetzte, war nicht das Handwerk, sondern das gewerbliche Teppichgeschäft. Unter den Kadscharen blühte die Ausfuhr nach Europa und Amerika auf, ausländische Firmen richteten eigene Manufakturen in Persien ein, und Kerman galt neben Täbris, SultanabadAntike persische Teppiche aus Sultanabad, dem früheren Namen der Region Arak im Iran, einem jüngeren Webzentrum, das unter den Kadscharen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert aufblühte und europäische und amerikanische Käufer belieferte. Typisch ist ein Allover-Muster aus überdimensionierten Palmetten, Lotusblüten, Blütenzweigen und eckigen Ranken über das ganze Innenfeld, das an das Shah-Abbasi-Muster erinnert, allerdings in rustikaler Dorfmanier statt in der präzisen kurvilinearen Zeichnung der Stadtteppiche. Indigo- oder Mitternachtsblau mit Rost- oder Ziegelrot, Gold und Oliv ist eine klassische Farbpalette. Da Sultanabad unter diesem Namen nicht mehr existiert, sind antike Stücke knapp und erzielen höhere Preise.Im Teppichlexikon nachschlagen und Meschhed als einer der wichtigsten Standorte.
In der üblichen Einteilung der persischen Knüpfkunst steht Kerman bei Täbris, Kaschan, Nain und Isfahan auf der Seite der Stadt- und Manufakturware, nicht bei den Dorf- und Nomadenteppichen. Solche Teppiche entstehen in geschlossenen Werkstätten an großen, fest stehenden Knüpfstühlen, geknüpft von erfahrenen Knüpfern nach einer gezeichneten Vorlage. Deshalb sind ihre Muster ausgewogen, wiederholbar und in den Ecken sauber aufgelöst, was bei Dorfarbeit nur selten gelingt. Die geschwungene Blumenzeichnung der Kerman-Teppiche setzt genau diese Bedingungen voraus: Eine einzelne Knüpferin, die aus dem Gedächtnis arbeitet, kann eine umlaufende Ranke über drei Meter hinweg nicht sauber durchhalten, eine Patrone und eine Werkstatt können es.
Womit sich diese Region wirklich von allen anderen abhebt, ist die Farbe. Kerman hat eine eigene Färbertradition bewahrt, und seine Färbermeister waren gerade dafür berühmt, wie viele Töne sie herstellen und dann in einem einzigen Teppich zusammenführen konnten. Ein typischer Kerman-TeppichFeine persische Teppiche aus Kerman im Süden Irans, einer für ihre Meisterfärber berühmten Stadt an der alten Handelsroute zwischen Iran und Indien und einem der historischen Teppichzentren. Die Muster sind sehr vielfältig: florale und Allover-Muster, Lebensbaum-, Jagd- und Gartenmuster sowie Muster mit offenem Innenfeld, feine florale „Frühlingsmuster“ aus winzigen Blüten und die charakteristische „Vasen“-Technik. Der Flor besteht meist aus weicher Kork-Wolle auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle, mitunter aus Wolle und Seide oder aus reiner Seide. Ein einzelner Teppich kann 15 bis 30 Farben enthalten, überwiegend Tiefrot, mehrere Blautöne, Grün und Creme, in neueren Stücken zusätzlich Pastelltöne wie Champagner, Limettengrün, Rosa und Graublau. Etwa die Hälfte der Kerman-Teppiche, aus weniger bedeutenden Werkstätten, ist mit dem Jufti-Knoten geknüpft, einer Abkürzung, die ein lockereres Gewebe von geringerer Qualität ergibt.Im Teppichlexikon nachschlagen zeigt fünfzehn bis dreißig verschiedene Farben, mehr Abstufung als fast jede andere persische Knüpfart. Das wirkt nicht unruhig, sondern verleiht Tiefe: Innerhalb einer einzelnen Blüte, eines Blattes, eines Bordürenabschnitts geht ein Ton in den nächsten über, sodass die Zeichnung plastisch erscheint und nicht flach.
In der historischen Palette dominieren tiefe Rottöne und Blau in mehreren Abstufungen, ergänzt durch Grüntöne und cremefarbene Grundflächen, mit Akzenten in Grün, Rosa und Hellblau. Innerhalb dieses Rahmens fallen die Zusammenstellungen so unterschiedlich aus, dass man die Region über ihre Bandbreite beschreibt und nicht über eine einzige typische Farbstellung. Für den Kauf ist das durchaus von Belang: Ein Teppich mit so vielen Tönen greift weit mehr Farben eines Raumes auf und spiegelt sie wider, als es ein zweifarbiger Teppich je könnte, und er bringt häufig Möbel zusammen, die sonst nichts miteinander verbindet.
Die neuere Produktion geht einen anderen Weg. Hier herrschen Pastelltöne vor: Champagner, Lindgrün, zartes Rosa und ein graustichiges Blau, während die tiefen Rot- und kräftigen Blautöne der älteren Ware weitgehend fehlen. Diese Teppiche sind zurückhaltender als ihre Vorfahren aus dem 19. Jahrhundert und passen gut in helle, zeitgenössisch eingerichtete Räume, doch sie sind eine junge Spielart und nicht der Maßstab der Region. Wer den dichten, satten Kerman-Teppich der alten Beschreibungen sucht, findet ihn in den Pastellstücken nicht; der Unterschied ist schon vom anderen Ende des Raumes aus zu sehen.
Das Zweite, wofür die Region bekannt ist, ist die Vielfalt der Muster. Wie bei allen Stadtknüpfereien überwiegt das Blumenmuster, meist als ZentralmedaillonEin großes Motiv in der Mitte des Innenfelds eines Teppichs, um das der übrige Entwurf angeordnet ist; das große Zentralmedaillon soll in der Safawidenzeit (16. und 17. Jahrhundert) eingeführt worden sein. Florale Medaillons, typisch für Stadtteppiche wie Tabriz, Kashan und Sarough, werden oft als Lotusblüte gedeutet, und das Motiv wird auch als Spiegelbild der Innenkuppel einer Moschee verstanden; geometrische, häufig sechseck- oder rautenförmige, kennzeichnen Dorf- und Stammesteppiche wie Heriz und Zanjan. Ein Medaillon kann allein stehen, von vier Eckzwickeln begleitet sein, oben und unten von kleineren Medaillons flankiert werden oder sich in Reihe entlang eines Läufers wiederholen. Teppiche ohne zentrales Motiv nennt man Allover. Bei einem gut gearbeiteten Teppich sitzt das Medaillon in der Mitte, und die Ecken spiegeln einander, so genau, wie es Handarbeit zulässt.Im Teppichlexikon nachschlagen auf einem reich gemusterten Innenfeld; das Medaillon wird als Lotos gedeutet, eine Blüte, die in der persischen Teppichsymbolik seit jeher als heilig gilt. Ebenso verbreitet sind durchlaufende Allover-Muster, und beides wird mitunter miteinander verbunden. Besonders hervorgehoben wird ein Muster mit dem Namen „Frühling“: sehr kleine, sehr fein gezeichnete Blüten, die in großer Zahl über das ganze Feld gestreut sind und Knüpfer wie Färber zugleich fordern, den einen in der Feinheit, den anderen in der Farbbreite.
Zwei alte Motive kehren hier regelmäßig wieder. Der LebensbaumMuster, in dem ein einziger großer, kunstvoller Baum durch den größten Teil des Innenfelds emporwächst, umgeben von pflanzlichem Ornament, mit Vögeln, Tieren und Blumen zwischen den Ästen. Der Baum kann auch ein einzelnes Feld eines Teppichs mit Feldermuster einnehmen oder als Bordürenmuster erscheinen. In der persischen Überlieferung steht er für die Verbindung zwischen Erde und Umwelt, wird zudem als Bindeglied zwischen Himmel und Erde gedeutet und symbolisiert Stärke, Weisheit und die Fortdauer des Lebens. Er wird in Teppichen aus Tabriz, Kashan, Isfahan, Kerman und Malayer sowie in Belutsch-Teppichen geknüpft.Im Teppichlexikon nachschlagen füllt den größten Teil des Innenfelds mit einem einzigen großen Baum, umgeben von Vögeln, Tieren und blühenden Zweigen; gelesen wird er als Verbindung zwischen der Erde und dem, was aus ihr wächst, andernorts auch als Sinnbild für Kraft, Weisheit und ein langes Leben. Die Art, wie Kerman dieses Motiv gestaltet, gilt als unverwechselbar. Das BotehTropfenförmiges Motiv mit gebogener oberer Spitze, seit Jahrhunderten allgegenwärtig in persischen und kaschmirischen Geweben. Das persische Wort wird mit „knospende Blume oder Pflanze“ wiedergegeben, und das Motiv steht für Wachstum und Erneuerung; gedeutet wird es auch als Zypresse, die sich im Wind biegt, aber selten bricht, als Flamme, Samen, Kiefernzapfen oder stilisierte Mandel. Als schottische Fabriken im 19. Jahrhundert begannen, Kaschmirschals nachzuahmen, wurde das Boteh im Westen als „Paisley“ bekannt, nach der Stadt Paisley. In Teppichen wiederholt es sich meist über das ganze Innenfeld, vor allem in Tabriz-, Sarough-, Kerman-, Mashhad- und Malayer-Teppichen.Im Teppichlexikon nachschlagen, jene Tropfen- oder Zapfenform, die europäische Käufer vom Paisleymuster her kennen, wiederholt sich reihenweise über den Grund; das Wort bezeichnet im Persischen eine knospende Pflanze und steht für Wachstum und Erneuerung. Beide Motive werden auch in Täbris und Malayer geknüpft, und der Lebensbaum ist ebenso in Kaschan und Isfahan zu Hause.
Offene Feldkompositionen, in neueren Kerman-Teppichen häufig, lassen den Grund überwiegend einfarbig und stellen die Motive weit auseinander. Ihr Ursprung liegt im Schmuck der Koraneinbände, wo ein Mittelmedaillon in einem breiten, schmucklosen Feld sitzt. Es gibt sie in drei Ausprägungen: mit einem einzelnen Mittelmedaillon, mit sich wiederholenden Medaillons oder mit locker über die Fläche verstreutem Dekor. Am anderen Ende der Skala stehen die Gartenteppiche, deren Feld in ein Raster von Kompartimenten zerlegt ist, jedes ein gerahmtes Fenster auf Blumen, Zypressen und Vögel, sowie die Jagdteppiche mit Reitern und Wild, die sich durch blühenden Grund bewegen.
Im Aufbau sind diese Teppiche einheitlich: Kette und SchussDie beiden Fadensysteme, aus denen der Knüpfgrund eines Teppichs besteht: die Kette, die senkrechten Fäden, die zuerst auf dem Webstuhl aufgespannt werden, und der Schuss, die waagerechten Fäden, die zwischen den Knotenreihen durch sie hindurchgeführt werden. Der Knüpfgrund besteht meist aus Baumwolle; bei Stammesteppichen und älteren Teppichen ist auch Wolle verbreitet, bei sehr feinen Teppichen Seide. Einschüssige Teppiche, im Großraum Hamadan üblich, zeigen auf der Rückseite Zickzackreihen weißer Kettfadenpunkte und haben einen dünneren Flor, während die doppelschüssige Konstruktion, bei feinen, dicht gewebten Teppichen sowie bei Bijar- und Heriz-Teppichen üblich, die Kette verdeckt und einen dickeren, dichteren Flor ergibt. Die Kettfadenenden bilden die Fransen, und zusätzliche Schussreihen an beiden Enden bilden den flachgewebten Kelimabschluss, der den Flor sichert.Im Teppichlexikon nachschlagen bestehen aus Baumwolle, der FlorDie Oberfläche eines Teppichs, bestehend aus aufrecht stehenden Fasern in geschnittenen Büscheln oder Schlingen. Bei einem handgeknüpften Teppich wird sie von den Schnittenden Tausender Woll- oder Seidenknoten gebildet, die Reihe für Reihe auf die Kette geknüpft, schon beim Weben leicht beschnitten und bei der Endbearbeitung durch Scheren auf ihre endgültige Höhe gebracht werden. Die Florhöhe, von der Rückseite des Teppichs bis zur Florspitze gemessen, reicht typischerweise von niedrig, etwa 3 bis 6 mm (1/8 bis 1/4 Zoll), bis hoch, etwa 13 bis 16 mm (1/2 bis 5/8 Zoll). Feine, dichte Muster werden kurz geschoren, damit die Zeichnung scharf bleibt; höherer Flor eignet sich für stark begangene Bereiche und schwere Möbel, niedriger Flor für Räume, in denen Türen über den Teppich schwingen, und für feuchte Räume.Im Teppichlexikon nachschlagen aus Wolle. Verwendet wird KorkwolleEine feine, weiche Wollqualität vom Hals und von der inneren Vliesschicht junger Schafe, oft von der ersten Schur. Sie ist durch natürliches Lanolin ölig, fühlt sich weich und elastisch an und verleiht den Farben zusätzlichen Glanz. Verwendet wird sie für den Flor vieler feiner Stadtteppiche aus Isfahan, Kerman, Qum, Tabriz und Maschhad; auch ältere antike Sarough-Teppiche mit kurz geschorenem Flor bestehen daraus. Sie wird auch Kurk-Wolle oder Korkwolle geschrieben.Im Teppichlexikon nachschlagen, das feine, weiche Unterhaar der Schafe dieser Gegend, und ihr verdankt ein guter Kerman-Teppich seine besondere Weichheit und den leichten Schimmer, der sich mit dem Licht verändert. Korkwolle ist kein Alleinstellungsmerkmal der Region, denn auch Isfahan, Täbris und Meschhed greifen darauf zurück, doch Kerman gehört zu ihren Hochburgen. In manchen Stücken ist dem Wollflor Seide für einzelne Glanzpartien beigemischt, in wenigen besteht der Flor ganz aus Seide, was die Zeichnung schärfer macht und den Preis entsprechend hebt.
Geknüpft wird in Kerman mit dem asymmetrischen Knoten, gemeinhin persischer Knoten genannt, ebenso wie in Kaschan, Isfahan, Nain und Meschhed; der symmetrische oder türkische Knoten ist in der Türkei, im Kaukasus und im Nordwesten Irans zu Hause und erreicht Zentraliran nur über einzelne Dorf- und Nomadenknüpfereien. Eine einzige Zahl für die KnotendichteDie Anzahl der Knoten auf einem Quadratzoll eines handgeknüpften Teppichs (KPSI, von englisch knots per square inch; 1 KPSI entspricht etwa 15,5 Knoten pro 10 × 10 cm). Gezählt wird sie auf der Rückseite mit einem Lineal, indem die Knoten entlang eines Zolls Höhe mit denen entlang eines Zolls Breite multipliziert werden; dabei wird über zwei oder drei Bereiche gemittelt. Mehr Knoten ergeben schärfere Details, wie bei einem Bildschirm mit höherer Auflösung, und, bei sonst gleichen Voraussetzungen, auch etwas mehr Haltbarkeit und einen höheren Preis, doch die Dichte allein bestimmt die Qualität nicht: Heriz- und Bijar-Teppiche sind bei niedriger bis mittlerer Dichte haltbar, während florale, kurvilineare Muster ohne genügend Knoten verschwimmen. Die Werte reichen von unter etwa 80 KPSI bei groben Stammesteppichen wie Gabbeh und Qashqai über etwa 120 bis 225 bei vielen Dorfteppichen und 300 bis 700 bei feinen Stadtteppichen wie Nain und Isfahan bis zu 600 bis 1000 und mehr bei reinen Seidenteppichen aus Qum.Im Teppichlexikon nachschlagen, gemessen in Knoten pro Quadratzoll (KPSI), gibt es für diese Region nicht. Manufakturstücke sind fein geknüpft und zeigen gestochen scharfe Details, doch ein erheblicher Teil der Produktion stammt aus weniger renommierten Werkstätten und verwendet den Jufti-KnotenKostensparende Abkürzung beim Handknüpfen, bei der jeder Knoten um vier Kettfäden gelegt wird statt um die zwei Kettfäden, die der symmetrische (türkische) und der asymmetrische (persische) Knoten umfassen. Sie beschleunigt die Arbeit, ergibt aber ein deutlich lockereres, dünneres Gewebe: Ein Jufti-Teppich kann bei gleicher Größe etwa halb so schwer sein wie ein regulär geknüpfter, und seine Muster wirken unscharf, verpixelt und weniger detailliert, meist schlicht mit viel freier Fläche. Von der Rückseite aus ist der Jufti-Knoten schwer zu erkennen, weshalb Gewicht und Klarheit der Zeichnung die besten Anhaltspunkte sind; die Teppiche sind weniger strapazierfähig und günstiger. Man findet ihn zum Beispiel in Kerman-Teppichen niedrigerer Qualität.Im Teppichlexikon nachschlagen, der um vier statt um zwei Kettfäden gelegt wird. Das geht deutlich schneller und ergibt einen lockereren, leichteren Teppich.
Erkennen lässt sich das beim Kauf weniger an der Rückseite, die den Jufti-Knoten auf den ersten Blick selten verrät, als am Gewicht und an der Zeichnung. Ein so geknüpfter Teppich fühlt sich für seine Größe erstaunlich leicht an, er wiegt knapp die Hälfte eines vergleichbaren Stücks, und sein Muster verliert an Schärfe: Blüten und Ranken, die klar gezeichnet sein sollten, wirken verschwommen und wie verpixelt, und die Kompositionen fallen schlichter aus, mit mehr leerem Grund. Bei einem Kerman-Teppich aus der Manufaktur ist es umgekehrt: Er bewahrt feine Details und spielt seine große Farbbreite in den Abstufungen aus. Auf einem Grundgewebe aus Baumwolle ist ein solches Stück auf lange Nutzung im Wohnbereich angelegt.

Ein Perserteppich ist ein im Iran handgeknüpfter Teppich – und die Tradition dahinter ist die älteste, die sich überhaupt belegen lässt. Der älteste erhaltene Teppich, der Pazyryk-TeppichDer älteste bekannte Florteppich der Welt, um das 5. Jahrhundert v. Chr. gewebt und 1949 im gefrorenen Grab eines skythischen Adligen im Altai-Gebirge Sibiriens entdeckt. Grabräuber hatten den Grabhügel offen gelassen, sodass Kälte und Feuchtigkeit die Kammer gefrieren ließen und den Teppich rund 2500 Jahre lang in Eis einschlossen. Seine symmetrischen Knoten, etwa 36 pro Quadratzentimeter (rund 230 pro Quadratzoll), zeigen, dass die Teppichweberei bereits in der Antike eine reife Kunstform war. Er wird oft als ältester Perserteppich beschrieben und als frühes Zeugnis der Stammesweberei, eines Handwerks, das als Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit begann. Er ist in der Eremitage in Sankt Petersburg ausgestellt.Im Teppichlexikon nachschlagen, wurde in einem gefrorenen Grabhügel entdeckt, der ihn konserviert hatte. Er stammt aus dem fünften Jahrhundert v. Chr., ist also rund 2.500 Jahre alt – und doch ist er bereits ein ausgereiftes Werk, kein tastender Anfang. Was als wärmende, strapazierfähige Bodenbedeckung für die Haushalte nomadischer Stämme begann, wuchs im Lauf dieser Jahrhunderte zu der Kunstform heran, aus der jedes andere Land mit Teppichtradition geschöpft hat.
Zwei spätere Kapitel prägen bis heute, wie ein Perserteppich aussieht. Unter den Safawiden, von 1501 bis 1732, förderte der Hof die Knüpfkunst ebenso wie Malerei und Kalligrafie, und die Manufakturen von Tabriz, HeratTeppiche aus Herat, einer historischen Stadt im Westen Afghanistans, die in der Safawidenzeit (16. bis frühes 18. Jahrhundert) neben Tabriz, Kashan und Kerman zu den größten Zentren der Teppichherstellung zählte. Die Stadt gibt auch dem Herati-Muster ihren Namen, einer wiederholten Raute mit einer kleinen Blüte oder Blättern darin und geschwungenen Blättern an den Seiten, das dort entstanden sein soll und noch heute in vielen persischen Teppichen gewebt wird.Im Teppichlexikon nachschlagen, Kashan und Kerman schufen die Meisterwerke, die heute in Museen zu sehen sind. In dieser Zeit entstand das große ZentralmedaillonEin großes Motiv in der Mitte des Innenfelds eines Teppichs, um das der übrige Entwurf angeordnet ist; das große Zentralmedaillon soll in der Safawidenzeit (16. und 17. Jahrhundert) eingeführt worden sein. Florale Medaillons, typisch für Stadtteppiche wie Tabriz, Kashan und Sarough, werden oft als Lotusblüte gedeutet, und das Motiv wird auch als Spiegelbild der Innenkuppel einer Moschee verstanden; geometrische, häufig sechseck- oder rautenförmige, kennzeichnen Dorf- und Stammesteppiche wie Heriz und Zanjan. Ein Medaillon kann allein stehen, von vier Eckzwickeln begleitet sein, oben und unten von kleineren Medaillons flankiert werden oder sich in Reihe entlang eines Läufers wiederholen. Teppiche ohne zentrales Motiv nennt man Allover. Bei einem gut gearbeiteten Teppich sitzt das Medaillon in der Mitte, und die Ecken spiegeln einander, so genau, wie es Handarbeit zulässt.Im Teppichlexikon nachschlagen, und die Entwürfe wurden so aufwendig, dass ein eigener Entwerfer – oft ein Miniaturmaler – das Muster als KnüpfvorlageEine gezeichnete Knüpfvorlage (Musterplan), auch Blaupause genannt, dem ein Weber in der Werkstatt Knoten für Knoten folgt. In der Safawidenzeit sollen, als die Muster komplexer wurden, eigene Entwerfer, häufig Miniaturmaler, sie auf solchen Vorlagen gezeichnet haben, sodass die Weber nur noch die Entwürfe anderer umsetzten; um diese Arbeitsweise entstanden Knüpfschulen. Stadtteppiche aus Werkstätten in Orten wie Tabriz und Isfahan sind so präzise, weil sie nach solchen Vorlagen geknüpft werden. Dorfweber stützen sich deutlich seltener auf Vorlagen, und Stammesweber arbeiten aus dem Gedächtnis und nach Mustern, die innerhalb der Familie überliefert werden; ihre Teppiche fallen daher tendenziell weniger symmetrisch aus.Im Teppichlexikon nachschlagen auf Papier zeichnete, nach der die Knüpfer arbeiteten. Das zweite Kapitel folgte im neunzehnten Jahrhundert unter den Kadscharen: Die Produktion erreichte ihren historischen Höhepunkt, der Export nach Europa und Amerika boomte, und das Manufakturwesen, dessen Erben bis heute knüpfen, nahm seine moderne Gestalt an.
Der Handel teilt Perserteppiche in drei Familien ein. Stadtteppiche – Tabriz, Kashan, Kerman, Nain, Isfahan – werden in Manufakturen nach einer gezeichneten Knüpfvorlage gefertigt, erreichen die höchsten Knotendichten und bieten die größte Auswahl an Farben, Größen und Mustern. Dorfteppiche wie HerizKräftige Dorfteppiche aus dem Gebiet Heriz im Nordwesten Irans, nahe Tabriz, und die bekanntesten aller persischen Dorfteppiche. Ein grober, zäher Wollflor auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle, meist doppelschüssig für zusätzliche Dicke, und eine niedrige bis mittlere Knotendichte (üblicherweise mit rund 1900 bis 2600 Knoten pro 10 × 10 cm angegeben, etwa 120 bis 170 KPSI, also Knoten pro Quadratzoll) machen sie sehr haltbar; die Stärke der Wolle wird traditionell dem kupferhaltigen Bergwasser zugeschrieben. Das klassische Design ist ein großes eckiges Medaillon mit vier Eckzwickeln, mitunter auch eine Allover-Komposition, in einem Rostrot, das traditionell auf Kupfermineralien im örtlichen Fluss zurückgeführt wird, mit dunklem Marineblau und Creme. Bakhshayesh- und Serapi-Teppiche sind ihre älteren Formen, wobei Letztere inzwischen über hundert Jahre alt sind.Im Teppichlexikon nachschlagen-, Bachtiar- und KaradjaDorfteppiche aus einer Gruppe von Dörfern in der Region Aserbaidschan im Iran, am westlichen Rand des Heriz-Knüpfgebiets gelegen und nach dem Dorf Karadja in ihrer Mitte benannt. Wollflor auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle (sehr alte Stücke mitunter aus Wolle), türkischer Knoten, einschüssig gewebt, sodass der Flor dünner und weicher ist als beim meist doppelschüssigen Heriz; die Knotendichte ist niedrig bis mittel. Zwei kräftige geometrische Medaillons mit hakenartigen Rändern wechseln sich auf einem Läufer typischerweise der Länge nach ab, oft mit einer anderen Grundfarbe bei jeder Wiederholung, und bei breiten Teppichen wirken die wiederholten Medaillons wie ein geometrisches Allover, in Orangerot-, Blau-, Creme- und Brauntönen. Ihr weicher, dünner Flor und ihre beträchtliche Länge, bei manchen über 6 m (20 ft), machen sie als Flur- und Treppenläufer beliebt.Im Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche stehen dazwischen: meist geometrisch und größtenteils aus dem Gedächtnis geknüpft. NomadenteppicheTeppiche, die von Nomadenstämmen im Nahen Osten, in Zentralasien und Nordafrika gewebt werden; sie ziehen im Frühjahr, Sommer und Herbst mit ihren Herden weiter und lassen sich im Winter zum Weben nieder. Auf kompakten, tragbaren Webstühlen fertigen sie meist kleine Stücke (zum Beispiel 1,2 × 1,8 oder 1,5 × 2,1 m, entsprechend 4 × 6 oder 5 × 7 Fuß), mitunter Läufer, aus der Wolle ihrer eigenen Herden, oft sowohl für das Grundgewebe als auch für den Flor, traditionell mit Pflanzen aus der Region gefärbt. Die kühnen, überwiegend geometrischen Muster werden über Generationen ohne schriftliche Vorlagen weitergegeben und greifen mitunter Stadtteppiche auf. Anders als Stadt- oder Werkstattteppiche zeigen sie oft Asymmetrien, Farbschwankungen und Muster, die an den Ecken nicht sauber aufgehen.Im Teppichlexikon nachschlagen – Belutsch- und QashqaiStammesteppiche, geknüpft von den Qashqai, einem nomadischen Stamm im Südwesten Irans, der türkische, arabische, kurdische und lurische Gruppen vereint und seit mindestens dem 16. Jahrhundert in der Region lebt. Die Muster entstehen aus dem Gedächtnis statt nach schriftlichen Vorlagen und verbinden geometrische und Medaillon-Aufteilungen, gelegentlich in einfacherer, sparsam detaillierter Form, mit Tieren, Pflanzen und Haushaltsgegenständen, in edelsteinartigen Rottönen, Safrangold und Indigo, oft auf tiefrotem oder dunklem marineblauem Grund. Die dicke, feste Wolle der stammeseigenen Herden ist haltbar und dennoch weich und bildet einen mittelhohen, dichten Flor auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle oder Wolle, ein Aufbau, der sich für stark begangene Bereiche eignet; kompakte Knüpfstühle halten die Größen klein, typischerweise 1,2 × 1,8 m (4 × 6 Fuß) oder 1,5 × 2,1 m (5 × 7 Fuß), dazu Läufer.Im Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche sowie turkmenische Teppiche, jeweils nach dem Volk benannt, das sie knüpft – entstehen auf kleinen, tragbaren Webstühlen und fallen deshalb kleiner aus; ihre kräftige geometrische Zeichnung entsteht im Kopf der Knüpferin, nicht auf dem Papier.
Die Formensprache schöpft aus einem reichen Motivschatz: Shah-Abbasi-Palmetten, fließende Arabesken, das kleine, sich wiederholende Herati-MusterKlassisches persisches Teppichdesign aus einer über das Innenfeld wiederholten Raute mit einer kleinen Blüte oder Blättern in jeder Raute und geschwungenen Blättern an den Seiten; die Blätter werden als stilisierte Fische gedeutet, die einen Lotus umkreisen sollen. Der Name stammt von Herat, der Stadt in Afghanistan, in der das Muster entstanden sein soll; es wird auch Fischmuster genannt, und Mahi bedeutet auf Persisch „Fisch“. Es gehört zu den drei großen Musterfamilien und tritt als Allover-Muster oder um ein zentrales Medaillon herum auf, mit Rauten innerhalb und außerhalb des Medaillons; mitunter erscheint es auch als schmale Bordüre. Verbreitet ist es in Teppichen aus Tabriz, Sarough, Mashhad, Moud, Bijar, Hamadan, Abadeh, Zanjan, Kerman und Kashan.Im Teppichlexikon nachschlagen, Medaillons, GartenmusterMusteraufbau, bei dem das Innenfeld in ein Raster aus gerahmten, meist quadratischen Feldern gegliedert ist, jedes mit einem eigenen erdachten Garten aus Blumen, Pflanzen, Bäumen und Vögeln, in der Regel vor einem eigenen einfarbigen Grund. Die Szenen reichen von Zypressen und Villen über Seen und Hirsche im Wald bis zum Lebensbaum, und in manchen Teppichen tragen die Felder die vier Jahreszeiten. Die Knüpfer sehen in jedem Feld ein Fenster zum Paradies und ein Zeichen der Hoffnung auf eine strahlende Zukunft. Am bekanntesten ist das Muster von Bachtiar-Teppichen, es wird aber auch in Tabriz, Sarough, Kashmar, Kerman und Qum geknüpft. Der persische Name Kheschti leitet sich von khescht („Ziegel“) ab, nach den quadratischen Rahmen.Im Teppichlexikon nachschlagen und LebensbaumMuster, in dem ein einziger großer, kunstvoller Baum durch den größten Teil des Innenfelds emporwächst, umgeben von pflanzlichem Ornament, mit Vögeln, Tieren und Blumen zwischen den Ästen. Der Baum kann auch ein einzelnes Feld eines Teppichs mit Feldermuster einnehmen oder als Bordürenmuster erscheinen. In der persischen Überlieferung steht er für die Verbindung zwischen Erde und Umwelt, wird zudem als Bindeglied zwischen Himmel und Erde gedeutet und symbolisiert Stärke, Weisheit und die Fortdauer des Lebens. Er wird in Teppichen aus Tabriz, Kashan, Isfahan, Kerman und Malayer sowie in Belutsch-Teppichen geknüpft.Im Teppichlexikon nachschlagen-Kompositionen. Zusammen mit regionalen Eigenheiten ergeben sie Stile, die ein geübtes Auge auf einen Blick zuordnen kann – von den kräftigen geometrischen Medaillons der Heriz-Teppiche bis zu den feinen, geschwungenen Blumenmustern der Isfahan-Teppiche.
Die klassische Farbpalette beruht auf Naturfarben: Krapprot, Indigoblau, Safrangelb und sanfte Elfenbeintöne, über Jahrhunderte zu harmonischen Kombinationen verfeinert. Naturfarben altern in Würde – sie werden mit den Jahren weicher und milder und entwickeln jene Patina, für die ältere Teppiche so geschätzt werden. Leichte Tonverschiebungen zwischen den FärbechargenEin einzelner Farbstoffansatz samt dem damit gefärbten Garn, das durchweg denselben Farbton annimmt. Naturfarben werden in kleinen handwerklichen Chargen hergestellt, und wenn eine Charge aufgebraucht ist, lässt sich der Ersatz farblich nicht exakt treffen, sodass Garn aus verschiedenen Chargen im Ton leicht voneinander abweicht. Im fertigen Teppich zeigt sich der Unterschied in Form von Farbverschiebungen, die als Abrash bekannt sind und als Zeichen von Handfärbung gelten, während eine vollkommen gleichmäßige, einheitliche Farbe auf synthetische Farbstoffe und maschinelle Fertigung hindeutet.Im Teppichlexikon nachschlagen, der sogenannte AbrashFeine Farbverschiebungen innerhalb eines handgefertigten Teppichs, oft als waagerechte Bänder quer über das Innenfeld sichtbar. Sie entstehen, weil aufeinanderfolgende Farbchargen nie exakt übereinstimmen, weil ein unterschiedlicher Fett- und Ölgehalt der Wolle die Farben mit den Jahren ungleichmäßig altern lässt, und weil sich in cremefarbenen Partien aus ungefärbter Wolle der Farbton der Faser mit dem Alter verändert. Abrash wird mit dem Alter oft deutlicher; bei einem älteren Teppich gilt er daher als Zeichen von Naturfarben und Handarbeit und nicht als Fehler, während ein neuerer Teppich weiterhin auf gleichmäßige Färbung geprüft wird. Maschinell gefertigte und manche neuen handgeknüpften Teppiche ahmen ihn gezielt nach.Im Teppichlexikon nachschlagen, sind ein Zeichen für Naturfärbung in kleinen Chargen, kein Fehler.
Der FlorDie Oberfläche eines Teppichs, bestehend aus aufrecht stehenden Fasern in geschnittenen Büscheln oder Schlingen. Bei einem handgeknüpften Teppich wird sie von den Schnittenden Tausender Woll- oder Seidenknoten gebildet, die Reihe für Reihe auf die Kette geknüpft, schon beim Weben leicht beschnitten und bei der Endbearbeitung durch Scheren auf ihre endgültige Höhe gebracht werden. Die Florhöhe, von der Rückseite des Teppichs bis zur Florspitze gemessen, reicht typischerweise von niedrig, etwa 3 bis 6 mm (1/8 bis 1/4 Zoll), bis hoch, etwa 13 bis 16 mm (1/2 bis 5/8 Zoll). Feine, dichte Muster werden kurz geschoren, damit die Zeichnung scharf bleibt; höherer Flor eignet sich für stark begangene Bereiche und schwere Möbel, niedriger Flor für Räume, in denen Türen über den Teppich schwingen, und für feuchte Räume.Im Teppichlexikon nachschlagen ist fast immer aus WolleNatürliche tierische Faser, die bei hochwertigen Teppichen für den Flor, bei manchen Teppichen auch für den Knüpfgrund verwendet wird. Sie ist haltbar, elastisch, fleckenbeständig und flammhemmend, fühlt sich unter den Füßen weich und gepolstert an, isoliert gegen Kälte, nimmt Farbstoff leicht auf und hält ihn viele Jahre. Außerdem bindet sie Staubpartikel, was hilft, allergische Reaktionen zu verringern. Die Qualität hängt vor allem davon ab, wo die Schafe weiden: Weiden in großer Höhe und gutes Futter liefern dickere, fettreichere Wolle, wobei Manchester-, Neuseeland- und Ghazni-Wolle zu den bekanntesten geschätzten Sorten zählen. Die Schur im zeitigen Frühjahr und die Handspinnung (feineres, weicheres Garn als beim maschinellen Spinnen) verbessern die Qualität zusätzlich, während dünne, trockene Wolle von toten Schafen in billigeren Teppichen verarbeitet wird.Im Teppichlexikon nachschlagen, und die Wolle entscheidet maßgeblich über die Qualität des Teppichs. Das beste Vlies stammt von Herden im Hochland, wo es dichter wächst und reicher an natürlichem Wollfett ist; Wolle aus der Frühjahrsschur übertrifft die Herbstschur, und handgesponnenes GarnWollgarn, das aus gereinigtem, kardiertem Vlies von Hand oder auf einem Handspinnrad statt maschinell gesponnen wird; anschließend werden die gesponnenen Fäden vor dem Färben zu dickeren, festeren Strängen verzwirnt. Es ergibt feinere, weichere Fäden als maschinelles Spinnen, sodass sich die Wolle weicher anfühlt und glänzender wirkt, und das Handspinnen soll das natürliche Lanolin der Wolle bewahren. Üblich ist es bei in Pakistan gefertigten Kazak- und Peshawar-Teppichen sowie bei afghanischen Khal-Mohammadi-Teppichen, die allesamt auch mit Naturfarben gefärbt werden.Im Teppichlexikon nachschlagen ergibt einen feineren, weicheren Faden als maschinell gesponnenes. Feine Stücke setzen Seidenakzente in den Wollflor, und die feinsten sind reine Seidenteppiche. Das Grundgewebe besteht bei Stadtteppichen meist aus Baumwolle, bei Nomadenteppichen und älteren Stücken aus Wolle und im obersten Segment aus Seide.
Jeder Knoten wird von Hand geknüpft, einer nach dem anderen, und zwar in einer von zwei Formen: als asymmetrischer (persischer) Knoten, üblich im Zentrum und im Osten des Iran, oder als symmetrischer (türkischer) Knoten, der im Nordwesten verbreitet ist, seit seldschukische Knüpfer ihn im elften und zwölften Jahrhundert einführten. Ein großer Teppich zählt rund zwei Millionen Knoten und kann eine Knüpferin etwa ein Jahr lang beschäftigen.
Die KnotendichteDie Anzahl der Knoten auf einem Quadratzoll eines handgeknüpften Teppichs (KPSI, von englisch knots per square inch; 1 KPSI entspricht etwa 15,5 Knoten pro 10 × 10 cm). Gezählt wird sie auf der Rückseite mit einem Lineal, indem die Knoten entlang eines Zolls Höhe mit denen entlang eines Zolls Breite multipliziert werden; dabei wird über zwei oder drei Bereiche gemittelt. Mehr Knoten ergeben schärfere Details, wie bei einem Bildschirm mit höherer Auflösung, und, bei sonst gleichen Voraussetzungen, auch etwas mehr Haltbarkeit und einen höheren Preis, doch die Dichte allein bestimmt die Qualität nicht: Heriz- und Bijar-Teppiche sind bei niedriger bis mittlerer Dichte haltbar, während florale, kurvilineare Muster ohne genügend Knoten verschwimmen. Die Werte reichen von unter etwa 80 KPSI bei groben Stammesteppichen wie Gabbeh und Qashqai über etwa 120 bis 225 bei vielen Dorfteppichen und 300 bis 700 bei feinen Stadtteppichen wie Nain und Isfahan bis zu 600 bis 1000 und mehr bei reinen Seidenteppichen aus Qum.Im Teppichlexikon nachschlagen ist die Zahl, an der sich Einsteiger gern festbeißen, und die feinsten Stücke mit einem Grundgewebe aus Seide erreichen tatsächlich bis zu 1.000 Knoten pro Quadratzoll. Doch die DichteMaß dafür, wie dicht ein Teppich gepackt ist. Bei maschinell gefertigten Teppichen bezeichnet der Begriff die Fasern im Flor; die Dichte wird berechnet, indem man das Florgewicht mit 36 multipliziert und durch die Florhöhe teilt; eine höhere Dichte steht in der Regel für bessere Haltbarkeit und Leistung. Bei handgeknüpften Teppichen ist die Knotendichte gemeint (KPSI, Knoten pro Quadratzoll), die auf der Rückseite gezählt und über mehrere Stellen gemittelt wird (150 KPSI entsprechen etwa 23 Knoten pro cm²). Wie bei der Bildauflösung erlaubt eine höhere Dichte feinere Kurven und schärfere Muster, meist mit kürzer geschorenem Flor und mehr Arbeitsaufwand, ist aber nicht das alleinige Qualitätsmaß: Kräftige geometrische Dorfteppiche werden mit niedriger bis mittlerer Dichte geknüpft.Im Teppichlexikon nachschlagen zählt nur so weit, wie die Zeichnung sie verlangt: Ein Isfahan mit geschwungenen Linien braucht eine feine Knüpfung, um gestochen scharf zu bleiben, während ein geometrischer Heriz bekanntlich schon bei moderater Knotendichte ausgesprochen strapazierfähig ist. Material, Symmetrie, Farbharmonie und Zustand sagen mehr über die Qualität aus als jede einzelne Zahl.
Perserteppiche fügen sich in moderne Räume so selbstverständlich ein wie in klassische – als Blickfang im Wohnzimmer, als ruhender Pol unter dem Esstisch oder als dezenter Akzent im Schlafzimmer. Die Pflege ist unkompliziert: behutsam saugen, ohne rotierende Bürste, den Teppich gelegentlich drehen, damit er sich gleichmäßig abnutzt, und etwa alle fünf Jahre eine professionelle Teppichwäsche – im Flur oder Eingangsbereich öfter, in einem wenig genutzten Raum seltener.
Ein handgeknüpfter Perserteppich überdauert meist seine Besitzer. Hundertjährige Stücke sind nicht selten noch in bestem Zustand, die Farben harmonisch gereift, der Flor geschmeidig, und sehen oft besser aus als an dem Tag, an dem sie vom WebstuhlDer Rahmen, auf dem zuerst die (senkrechten) Kettfäden aufgespannt und unter Spannung gehalten werden, damit die (waagerechten) Schussfäden zwischen ihnen verwoben und die Knoten auf ihnen geknüpft werden können. Handgeknüpfte Teppiche entstehen auf einfachen Webstühlen, von den im Haus der Weber aufgestellten bis zu den kompakten, transportablen Webstühlen nomadischer Weber, an denen jeder Knoten von Hand geknüpft wird. Die Größe des Webstuhls bestimmt die Größe des Teppichs: Die kleinen Webstühle der Nomaden ergeben typischerweise Teppiche von höchstens etwa 1,2 × 1,8 m oder 1,5 × 2,1 m (4 × 6 oder 5 × 7 Fuß), städtische Werkstätten mit sehr großen Webstühlen weben Teppiche in Palastgröße, und die Zahl der Webstühle, die eine Werkstatt betreibt, gibt Aufschluss über ihre Größe. Die hölzernen Webstühle der Stammes- und Dorfweberei dehnen sich im Lauf der Zeit aus und ziehen sich zusammen, eine Ursache schiefer Teppiche. Mechanische Webstühle wie Wilton, Axminster und Jacquard, die industriellen Nachfahren, fertigen maschinell gewebte Teppiche.Im Teppichlexikon nachschlagen kamen. Ein gut gewählter, gut gepflegter Teppich behält seinen Wert und wird als Erbstück in der Familie weitergegeben, statt ersetzt zu werden – und genau dafür waren die Knoten, die Wolle und die Farben schon immer gedacht.
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Ratgeber aus unserer Familienwerkstatt: wie Sie handgeknüpfte Teppiche reinigen, platzieren und pflegen.