Teppich, der etwa 100 Jahre oder älter ist; ab dieser Grenze heißt ein alter Teppich antik und nicht mehr Vintage oder Semi-Antik. Das Alter ist ein eigener Preisfaktor — ein 200 Jahre alter Teppich kostet mehr als ein ansonsten gleichwertiger, 100 Jahre alter — und wirkt zusammen mit der künstlerischen Qualität, der Seltenheit (etwa bei Arbeiten einer Werkstatt, die es nicht mehr gibt) und dem Zustand. Sehr alte Teppiche wurden oft irgendwann repariert, was sich auf der Rückseite am deutlichsten zeigt; der Zustand verlangt daher eine genaue Prüfung.
Spezialarbeiten zur Instandsetzung beschädigter Teppiche: Neuknüpfen oder Neuweben abgenutzter Stellen, Flicken, Kettelung (Neueinfassen der Kante), Spannen, Fransenersatz und Farbwiederherstellung. Kleine, fachgerechte Reparaturen, die kaum auffallen, sind bei einem älteren Teppich in der Regel hinnehmbar, und ein unrepariertes Stück erzielt den höchsten Preis. Sichtbare Flicken, Nähte oder Stiche, am leichtesten von der Rückseite aus erkennbar, sowie ersetzte Fransen (die Fransen sind die Kettfadenenden des Teppichs selbst und kein angesetzter Besatz) gelten als größere Reparaturen, die die Lebensdauer eines Teppichs verkürzen und seinen Wert erheblich mindern. Sehr alte Teppiche weisen oft irgendeine Reparatur auf; ein angeblich antiker Teppich ganz ohne Reparatur kann daher eine neuere Nachbildung sein, doch dieser Hinweis allein ist nicht beweiskräftig.
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