Kostenloser Versand
Ergebnisse werden geladen…
Aus der RegionگلستانGolestan

Die Provinz Golestan liegt im Norden des Iran, an der Südostecke des Kaspischen Meeres; im Norden grenzt Turkmenistan an. Die Hauptstadt Gorgan hieß bis 1937 Astarabad, und die Provinz selbst wurde erst 1997 aus Mazandaran herausgelöst. Geknüpft wird nicht im feuchten Acker- und Waldland am Kaspischen Meer, sondern auf der trockenen Ebene im Norden, der Turkmenensteppe Turkmen Sahra, deren Marktorte Gonbad-e Kavus, Bandar-e Torkaman und Aq Qala heißen. Diese Ebene ist das iranische Stammland der turkmenischen Jomuden und Göklen, und was unter dem Namen der Region gehandelt wird, ist turkmenische Knüpfkunst.
Der Name führt Käufer in die Irre. GolIm Teppichlexikon nachschlagen heißt Blume, -stan heißt Ort, Golestan liest sich also als „Blumengarten“, und im Handel borgt man sich das Wort gelegentlich für Rosengartenmuster, die mit der Provinz nichts zu tun haben. Was eine Blume in dieser Steppe bedeutet, ist etwas ganz anderes: der Gül, ein achteckiges Wappenzeichen, das sich in Reihen über das ganze Mittelfeld wiederholt. Üblicherweise erklärt man das Wort aus dem Persischen als Blume, gemeint ist aber ein Zeichen, das die Knüpferin im Kopf trägt und in geraden Linien setzt, keine botanische Studie aus Ranken und Blüten.
Die turkmenischen Knüpferfamilien kamen aus der zentralasiatischen Steppe östlich und nördlich des Kaspischen Meeres in den Iran, brachten das Muster mit und knüpften es weiter, nachdem sie auf der iranischen Seite der Grenze sesshaft geworden waren. Ihre Präsenz an dieser Grenze war organisiert und militärisch ernst zu nehmen: Die safawidischen Schahs siedelten weiter östlich, an der Grenze oberhalb von Maschhad, kurdische Kriegerstämme an, ausdrücklich um dem turkmenischen Druck standzuhalten. Die Sesshaftigkeit veränderte die Politik stärker als das Handwerk. Teppiche aus Turkmen Sahra stammen bis heute aus einer Stammestradition, entstehen am Stammeswebstuhl und in Familien, die aus dem Gedächtnis arbeiten statt nach einer Manufakturvorlage.
Für das Mittelfeld gilt eine einzige Regel: Güls in gleichmäßigen Abständen, Reihe um Reihe bis an den Rand des Feldes, ohne ZentralmedaillonIm Teppichlexikon nachschlagen. Die Bordüren sind schmal und mehrfach gestaffelt, aus kleinen geometrischen Bändern aufgebaut statt aus Rankenwerk, sodass sie den Rapport rahmen, statt ihr Konkurrenz zu machen. In älteren Stücken behielt jeder Stamm seinen eigenen Gül für sich, und ein geübtes Auge konnte den Stamm der Knüpferin allein am Muster benennen. Diese Beschränkung ist gefallen. Heute kombiniert man Güls mehrerer Stämme in einem einzigen Teppich, und das ist der sichtbarste Unterschied zwischen alter und heutiger Produktion.
Die zweite Spezialität dieser Knüpferinnen sind Gebetsteppiche. Das Muster ist einseitig ausgerichtet und um den MihrabIm Teppichlexikon nachschlagen herum aufgebaut, die Bogennische, die dem Teppich ein Oben und ein Unten gibt; die Stammesfassung neigt zu einem schlicht umrissenen Bogen statt zu der Säulenarchitektur, die eine städtische Manufaktur zeichnet. Ein solches Stück hängt so gut, wie es liegt, und deshalb landen viele davon an der Wand, wo die eine Blickrichtung keine Einschränkung mehr ist und der Bogen genau so wirkt, wie er gezeichnet wurde.
Am schnellsten erkennt man den Typ an der Farbe. Der Grund ist tiefrot, rotbraun oder gelegentlich cremefarben, und damit ist fast alles erfasst, was die Region hervorbringt. Grün, Blau, Schwarz und Beige treten als Akzente im Inneren der Güls und in den Bordürenbändern auf, so gut wie nie als Feldfarbe. Ein rotbrauner Grund unter einem flächendeckenden Achteckrapport ist quer durch den Raum zu erkennen. Traditionell stammen die Farben aus örtlich gesammelten Pflanzenfarbstoffen, weshalb das Rot des einen Teppichs selten dem Rot des nächsten gleicht und ein größeres Stück mitunter sanfte waagerechte Farbstreifen zeigt, dort, wo eine FärbepartieIm Teppichlexikon nachschlagen aufgebraucht war und die nächste begann.
Die WolleIm Teppichlexikon nachschlagen kommt hier vom Karakulschaf, einer Rasse mit zwei Vliesen zugleich: einem groben Deckhaar über einer feineren, weicheren Unterwolle. Die turkmenischen Knüpferinnen verarbeiten die Unterwolle, und daher rührt der dichteIm Teppichlexikon nachschlagen, kompakte Griff des Flors, der eben nicht plüschig ausfällt. In der Regel ist der Teppich ganz aus Wolle gearbeitet, Kette und SchussIm Teppichlexikon nachschlagen aus Wolle unter einem Wollflor; ein Grundgewebe aus Baumwolle kommt vor, bleibt aber die Ausnahme. Die Frühjahrsschur liefert das beste Vlies des Jahres, und wie gut die Wolle eines Teppichs ausfällt, hängt von der Weide ab, auf der sie gewachsen ist, nicht von dem, was am WebstuhlIm Teppichlexikon nachschlagen geschieht.
Am feinen Ende stehen die JomudIm Teppichlexikon nachschlagen-Stücke, die angesehenste Knüpfarbeit dieser Tradition, und sie gehören ebenso zu dieser Steppe auf der iranischen Seite der Grenze wie zum Turkmenenland nördlich davon. Manche haben ein Grundgewebe aus Seide statt aus Wolle. Die Seide steckt allein in Kette und Schuss, der FlorIm Teppichlexikon nachschlagen bleibt vollständig aus Wolle, und der Sinn der Sache ist die Dichte: Ein dünneres, festeres Grundgewebe lässt mehr Knoten auf derselben Fläche zu und damit eine feinere Zeichnung der Güls, als Wolle sie erlaubt. Signiert sind diese Stücke so gut wie nie.
Der Flor bleibt niedrig bis mittelhoch und nie tief, auch weil ein feiner Rapport nur dann sauber zu lesen ist, wenn die Wolle kurz geschoren wird. Das macht diese Teppiche dort praktisch, wo ein dickes Stück versagt: Sie liegen flach unter einer Tür, die über sie hinwegschwingen muss, sie nehmen ein Stuhlbein auf, ohne die Delle zu behalten, und sie eignen sich für den Flur oder den Küchenrand. Ein Grundgewebe aus Wolle hält den Teppich zudem geschmeidig statt brettsteif, sodass er einer Stufe oder einem unebenen Boden folgt, statt sich gegen die Form zu stemmen.
Die Formate fallen klein aus. Ein Stammeswebstuhl ist zum Zerlegen und Mitnehmen gebaut, was die Breite der Ware begrenzt, und so entstehen in dieser Tradition weit mehr kleine Brücken, Teppichläufer und mittlere Formate als raumfüllende Teppiche. Von denselben Webstühlen kommt der Hausrat, um den es ursprünglich zu einem guten Teil ging: Vorratstaschen und Zeltbehänge, dazu FlachgewebeIm Teppichlexikon nachschlagen neben dem geknüpften Flor. Ein sehr großer Teppich in dieser Zeichnung stammt eher von einem Manufakturwebstuhl anderswo als von einem Webstuhl in dieser Steppe.
Der Gül ist viel weiter gereist als der Stamm. Vieles, was weltweit als BucharaIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppich verkauft wird, ist Manufakturware aus Pakistan und Afghanistan: Wollflor auf einem Grundgewebe aus Baumwolle, die turkmenische Zeichnung mit fabrikmäßiger Gleichmäßigkeit kopiert und um eine breitere Auswahl an Feldfarben ergänzt; der Name selbst verweist auf eine zentralasiatische Handelsstadt, in der turkmenische Teppiche einst umgeschlagen wurden, nicht auf einen Ort, an dem sie entstanden. Das Original aus Stammeshand ist Wolle auf WolleIm Teppichlexikon nachschlagen, leicht unregelmäßig dort, wo ein von Hand gesetzter Rapport verläuft, und aus dem örtlichen Farbtopf gefärbt. Beides auseinanderzuhalten zählt bei diesem Typ mehr als bei fast jedem anderen Perserteppich.

Ein Perserteppich ist ein im Iran handgeknüpfter Teppich – und die Tradition dahinter ist die älteste, die sich überhaupt belegen lässt. Der älteste erhaltene Teppich, der Pazyryk-TeppichIm Teppichlexikon nachschlagen, wurde in einem gefrorenen Grabhügel entdeckt, der ihn konserviert hatte. Er stammt aus dem fünften Jahrhundert v. Chr., ist also rund 2.500 Jahre alt – und doch ist er bereits ein ausgereiftes Werk, kein tastender Anfang. Was als wärmende, strapazierfähige Bodenbedeckung für die Haushalte nomadischer Stämme begann, wuchs im Lauf dieser Jahrhunderte zu der Kunstform heran, aus der jedes andere Land mit Teppichtradition geschöpft hat.
Zwei spätere Kapitel prägen bis heute, wie ein Perserteppich aussieht. Unter den Safawiden, von 1501 bis 1732, förderte der Hof die Knüpfkunst ebenso wie Malerei und Kalligrafie, und die Manufakturen von Tabriz, HeratIm Teppichlexikon nachschlagen, Kashan und Kerman schufen die Meisterwerke, die heute in Museen zu sehen sind. In dieser Zeit entstand das große ZentralmedaillonIm Teppichlexikon nachschlagen, und die Entwürfe wurden so aufwendig, dass ein eigener Entwerfer – oft ein Miniaturmaler – das Muster als KnüpfvorlageIm Teppichlexikon nachschlagen auf Papier zeichnete, nach der die Knüpfer arbeiteten. Das zweite Kapitel folgte im neunzehnten Jahrhundert unter den Kadscharen: Die Produktion erreichte ihren historischen Höhepunkt, der Export nach Europa und Amerika boomte, und das Manufakturwesen, dessen Erben bis heute knüpfen, nahm seine moderne Gestalt an.
Der Handel teilt Perserteppiche in drei Familien ein. Stadtteppiche wie Tabriz-, Kashan-, Kerman-, Isfahan- und Nain-Teppiche werden in Manufakturen nach einer gezeichneten Knüpfvorlage gefertigt, erreichen die höchsten Knotendichten und bieten die größte Auswahl an Farben, Größen und Mustern. Dorfteppiche wie HerizIm Teppichlexikon nachschlagen-, Bachtiar- und KaradjaIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche stehen dazwischen: meist geometrisch und größtenteils aus dem Gedächtnis geknüpft. NomadenteppicheIm Teppichlexikon nachschlagen – Belutsch- und QashqaiIm Teppichlexikon nachschlagen-Teppiche sowie turkmenische Teppiche, jeweils nach dem Volk benannt, das sie knüpft – entstehen auf kleinen, tragbaren Webstühlen und fallen deshalb kleiner aus; ihre kräftige geometrische Zeichnung entsteht im Kopf der Knüpferin, nicht auf dem Papier.
Die Formensprache schöpft aus einem reichen Motivschatz: Shah-Abbasi-Palmetten, fließende Arabesken, das kleine, sich wiederholende Herati-MusterIm Teppichlexikon nachschlagen, Medaillons, GartenmusterIm Teppichlexikon nachschlagen und LebensbaumIm Teppichlexikon nachschlagen-Kompositionen. Zusammen mit regionalen Eigenheiten ergeben sie Stile, die ein geübtes Auge auf einen Blick zuordnen kann – von den kräftigen geometrischen Medaillons der Heriz-Teppiche bis zu den feinen, geschwungenen Blumenmustern der Isfahan-Teppiche.
Die klassische Farbpalette beruht auf Naturfarben: Krapprot, Indigoblau, Safrangelb und sanfte Elfenbeintöne, über Jahrhunderte zu harmonischen Kombinationen verfeinert. Naturfarben altern in Würde – sie werden mit den Jahren weicher und milder und entwickeln jene Patina, für die ältere Teppiche so geschätzt werden. Leichte Tonverschiebungen zwischen den FärbechargenIm Teppichlexikon nachschlagen, der sogenannte AbrashIm Teppichlexikon nachschlagen, sind ein Zeichen für Naturfärbung in kleinen Chargen, kein Fehler.
Der FlorIm Teppichlexikon nachschlagen ist fast immer aus WolleIm Teppichlexikon nachschlagen, und die Wolle entscheidet maßgeblich über die Qualität des Teppichs. Das beste Vlies stammt von Herden im Hochland, wo es dichter wächst und reicher an natürlichem Wollfett ist; Wolle aus der Frühjahrsschur übertrifft die Herbstschur, und handgesponnenes GarnIm Teppichlexikon nachschlagen ergibt einen feineren, weicheren Faden als maschinell gesponnenes. Feine Stücke setzen Seidenakzente in den Wollflor, und die feinsten sind reine Seidenteppiche. Das Grundgewebe besteht bei Stadtteppichen meist aus Baumwolle, bei Nomadenteppichen und älteren Stücken aus Wolle und im obersten Segment aus Seide.
Jeder Knoten wird von Hand geknüpft, einer nach dem anderen, und zwar in einer von zwei Formen: als asymmetrischer (persischer) Knoten, üblich im Zentrum und im Osten des Iran, oder als symmetrischer (türkischer) Knoten, der im Nordwesten verbreitet ist, seit seldschukische Knüpfer ihn im elften und zwölften Jahrhundert einführten. Ein großer Teppich zählt rund zwei Millionen Knoten und kann eine Knüpferin etwa ein Jahr lang beschäftigen.
Die KnotendichteIm Teppichlexikon nachschlagen ist die Zahl, an der sich Einsteiger gern festbeißen, und die feinsten Stücke mit einem Grundgewebe aus Seide erreichen tatsächlich bis zu 1.000 Knoten pro Quadratzoll. Doch die DichteIm Teppichlexikon nachschlagen zählt nur so weit, wie die Zeichnung sie verlangt: Ein Isfahan mit geschwungenen Linien braucht eine feine Knüpfung, um gestochen scharf zu bleiben, während ein geometrischer Heriz bekanntlich schon bei moderater Knotendichte ausgesprochen strapazierfähig ist. Material, Symmetrie, Farbharmonie und Zustand sagen mehr über die Qualität aus als jede einzelne Zahl.
Perserteppiche fügen sich in moderne Räume so selbstverständlich ein wie in klassische – als Blickfang im Wohnzimmer, als ruhender Pol unter dem Esstisch oder als dezenter Akzent im Schlafzimmer. Die Pflege ist unkompliziert: behutsam saugen, ohne rotierende Bürste, den Teppich gelegentlich drehen, damit er sich gleichmäßig abnutzt, und etwa alle fünf Jahre eine professionelle Teppichwäsche – im Flur oder Eingangsbereich öfter, in einem wenig genutzten Raum seltener.
Ein handgeknüpfter Perserteppich überdauert meist seine Besitzer. Hundertjährige Stücke sind nicht selten noch in bestem Zustand, die Farben harmonisch gereift, der Flor geschmeidig, und sehen oft besser aus als an dem Tag, an dem sie vom WebstuhlIm Teppichlexikon nachschlagen kamen. Ein gut gewählter, gut gepflegter Teppich behält seinen Wert und wird als Erbstück in der Familie weitergegeben, statt ersetzt zu werden – und genau dafür waren die Knoten, die Wolle und die Farben schon immer gedacht.
Unsere Familie handelt seit zwei Generationen mit Teppichen. Fragen Sie uns alles — Fotos, Videoanrufe, Beratung zu Größen.
Ratgeber aus unserer Familienwerkstatt: wie Sie handgeknüpfte Teppiche reinigen, platzieren und pflegen.