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Pakistanische Teppiche sind das Werk einer jungen Industrie mit alten Wurzeln. Die professionelle Werkstattknüpferei fasste im Land erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Fuß; ihren prägenden Schub erhielt sie in den 1970er-Jahren, als Embargos die iranische Knüpfkunst von ihren westlichen Abnehmern abschnitten. Erfahrene Werkstattbesitzer zogen nach Pakistan, brachten ihre Musterarchive und ihr Produktionswissen mit, bildeten einheimische Knüpfer aus und gaben der Branche ihre Richtung vor: klassische türkische und persische Muster, geknüpft nach strengen Werkstattstandards.
Das prägende Material ist WolleNatürliche tierische Faser, die bei hochwertigen Teppichen für den Flor, bei manchen Teppichen auch für den Knüpfgrund verwendet wird. Sie ist haltbar, elastisch, fleckenbeständig und flammhemmend, fühlt sich unter den Füßen weich und gepolstert an, isoliert gegen Kälte, nimmt Farbstoff leicht auf und hält ihn viele Jahre. Außerdem bindet sie Staubpartikel, was hilft, allergische Reaktionen zu verringern. Die Qualität hängt vor allem davon ab, wo die Schafe weiden: Weiden in großer Höhe und gutes Futter liefern dickere, fettreichere Wolle, wobei Manchester-, Neuseeland- und Ghazni-Wolle zu den bekanntesten geschätzten Sorten zählen. Die Schur im zeitigen Frühjahr und die Handspinnung (feineres, weicheres Garn als beim maschinellen Spinnen) verbessern die Qualität zusätzlich, während dünne, trockene Wolle von toten Schafen in billigeren Teppichen verarbeitet wird.Im Teppichlexikon nachschlagen aus dem Hochland von Ghazni im benachbarten Afghanistan – ein dichtes, lanolinreiches Vlies aus Höhenlagen, meist von Hand gesponnen. Diese Wolle nimmt Farbe tief auf, besitzt einen natürlichen Glanz und entwickelt beim Gebrauch die weiche, fast seidige Oberfläche, für die diese Teppiche bekannt sind; in den besseren Qualitäten kommt Neuseeland-WolleWolle aus Neuseeland, die zusammen mit Manchester- und Ghazni-Wolle zu den drei bekanntesten hochwertigen Wollen für persische und orientalische Teppiche gezählt wird; gute Teppichwolle dieser Art fühlt sich dick und ölig an. Weil sie importiert wird und nicht aus einheimischen Herden stammt, wirkt sich ihre Verwendung auf den Preis eines Teppichs aus. Genannt wird sie für den Flor von in Pakistan gewebten Oushak-, Ziegler- und Peshawar-Teppichen, mitunter zusammen mit Ghazni-Wolle, sowie für den dicken Flor von Kazak-Azari-Teppichen.Im Teppichlexikon nachschlagen hinzu. Der FlorDie Oberfläche eines Teppichs, bestehend aus aufrecht stehenden Fasern in geschnittenen Büscheln oder Schlingen. Bei einem handgeknüpften Teppich wird sie von den Schnittenden Tausender Woll- oder Seidenknoten gebildet, die Reihe für Reihe auf die Kette geknüpft, schon beim Weben leicht beschnitten und bei der Endbearbeitung durch Scheren auf ihre endgültige Höhe gebracht werden. Die Florhöhe, von der Rückseite des Teppichs bis zur Florspitze gemessen, reicht typischerweise von niedrig, etwa 3 bis 6 mm (1/8 bis 1/4 Zoll), bis hoch, etwa 13 bis 16 mm (1/2 bis 5/8 Zoll). Feine, dichte Muster werden kurz geschoren, damit die Zeichnung scharf bleibt; höherer Flor eignet sich für stark begangene Bereiche und schwere Möbel, niedriger Flor für Räume, in denen Türen über den Teppich schwingen, und für feuchte Räume.Im Teppichlexikon nachschlagen sitzt auf einem Grundgewebe aus Baumwolle und ist überwiegend mit dem asymmetrischen (persischen) Knoten geknüpft, bei einer KnotendichteDie Anzahl der Knoten auf einem Quadratzoll eines handgeknüpften Teppichs (KPSI, von englisch knots per square inch; 1 KPSI entspricht etwa 15,5 Knoten pro 10 × 10 cm). Gezählt wird sie auf der Rückseite mit einem Lineal, indem die Knoten entlang eines Zolls Höhe mit denen entlang eines Zolls Breite multipliziert werden; dabei wird über zwei oder drei Bereiche gemittelt. Mehr Knoten ergeben schärfere Details, wie bei einem Bildschirm mit höherer Auflösung, und, bei sonst gleichen Voraussetzungen, auch etwas mehr Haltbarkeit und einen höheren Preis, doch die Dichte allein bestimmt die Qualität nicht: Heriz- und Bijar-Teppiche sind bei niedriger bis mittlerer Dichte haltbar, während florale, kurvilineare Muster ohne genügend Knoten verschwimmen. Die Werte reichen von unter etwa 80 KPSI bei groben Stammesteppichen wie Gabbeh und Qashqai über etwa 120 bis 225 bei vielen Dorfteppichen und 300 bis 700 bei feinen Stadtteppichen wie Nain und Isfahan bis zu 600 bis 1000 und mehr bei reinen Seidenteppichen aus Qum.Im Teppichlexikon nachschlagen von meist 100 bis 300 Knoten pro Quadratzoll.
Am bekanntesten ist der Peshawar-Stil, der je nach Muster und Knotendichte auch als ChobiHandgeknüpfte Teppiche aus Pakistan, die in der Stadt Peshawar im Norden des Landes entstehen und auch als Chobi bezeichnet werden. Sie kopieren alte persische und türkische Muster, meist florale Allover-Muster oder sich wiederholende Muster (Medaillons sind selten, weil sich Allover-Anordnungen für mehr Räume eignen), aus handgesponnener Wolle und mit Pflanzenfarben. Die Teppiche werden in dunkleren Tönen geknüpft, dann im Stonewash-Verfahren gewaschen und in der starken Sonne ausgelegt, und der Flor wird kurz geschoren, damit das Muster zur Geltung kommt; so erhält ein neuer Teppich ein antikes Aussehen. Die Farben sind weich und gedämpft, oft beigebetont, mit bewusst eingesetzten Hell-Dunkel-Schwankungen, die alte Teppiche nachahmen; die Teppiche fühlen sich dünn an, sind aber strapazierfähig. Dieselbe Optik wird auch als Oushak, Ziegler oder Ferahan verkauft.Im Teppichlexikon nachschlagen, ZieglerPersische Teppiche, die erstmals Ende des 19. Jahrhunderts von der Firma Ziegler & Co. für den europäischen Markt gefertigt wurden, mit vergrößerten, abgewandelten traditionellen persischen Mustern in weicheren, gedämpften Farben nach westlichem Geschmack. Ein Design vom Typ Ziegler Mahal steht für eine bestimmte Produktionsperiode, doch alte Ziegler-Muster werden bis heute nachgebildet, sodass sich ein Teppich nicht allein am Muster datieren lässt. Der Name ist zudem einer von mehreren Handelsnamen, neben Oushak, Peshawar, Chobi und Farahan, für Werkstattteppiche, die seit ungefähr den 1970er-Jahren in Pakistan in traditionellen persischen und türkischen Mustern mit Wollflor auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle gefertigt werden; welcher Name gilt, richtet sich nach Muster und Knotendichte.Im Teppichlexikon nachschlagen oder Farahan gehandelt wird. Diese Teppiche wirken antik, sind aber neu gefertigt – und das Antik-FinishVeredelungsverfahren, das neu gefertigten Teppichen ein antikes Aussehen verleiht; am bekanntesten bei pakistanischen Peshawar-Teppichen (Chobi) sowie bei Teppichen im Oushak- und Kazak-Stil. Der frisch gewebte, zunächst dunklere Teppich wird stonegewaschen, im Handel „Antikwäsche“ genannt, wodurch die Farbstoffe weicher werden, mitunter zusätzlich chemisch gewaschen; außerdem kann er starkem Sonnenlicht ausgesetzt werden, und sein Flor wird kurz geschoren, sodass er sich dünn anfühlt, aber haltbar bleibt. Natürliche Alterung lässt die Farbe sanft und gleichmäßig entlang des Flors verblassen, ein behandelter Teppich wirkt dagegen ausgebleicht und zeigt mitten in den Fasern ein scharf abgesetztes Farbband. Da diese Teppiche gezielt abgenutzt wirken sollen, beweist ein abgenutztes Aussehen allein noch nicht, dass ein Teppich alt ist.Im Teppichlexikon nachschlagen ist gewollt: Die Wolle wird mit Naturfarben gefärbt, sodass die Palette zunächst dunkler ausfällt; anschließend wird der fertige Teppich mit Steinen gewaschen (StonewashNachbehandlung, die neu gefertigten Teppichen ein antikes Aussehen verleiht; am bekanntesten von Peshawar-Teppichen (Chobi) und heute gefertigten Teppichen im Kazak-Stil. Der frisch geknüpfte Teppich, dessen Farben zunächst dunkel sind, wird im Stonewash-Verfahren gewaschen (Peshawar-Teppiche werden zusätzlich starkem Sonnenlicht ausgesetzt), damit die Farben weicher werden und verblassen, und der Flor wird kurz geschoren; deshalb fühlen sich diese Teppiche dünn und flach an und bleiben dennoch haltbar. Teppiche im Oushak-Stil aus denselben Werkstätten erhalten eine vergleichbare Antikwäsche. Künstlich gealterte Farben wirken dagegen eher ausgebleicht und zeigen mitten in jeder Faser ein scharf abgesetztes Farbband, anders als das gleichmäßige Verblassen bei natürlicher Alterung.Im Teppichlexikon nachschlagen) und in praller Sonne ausgelegt, bis die Farben weicher werden. Aus demselben Grund wird auch der Flor kurz geschoren. Hinter dem Finish stecken durch und durch strapazierfähige Teppiche.
Die Entwürfe halten sich an das klassische Repertoire: elegante, oft leicht vereinfachte Fassungen persischer Muster wie Mahal, SultanabadAntike persische Teppiche aus Sultanabad, dem früheren Namen der Region Arak im Iran, einem jüngeren Webzentrum, das unter den Kadscharen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert aufblühte und europäische und amerikanische Käufer belieferte. Typisch ist ein Allover-Muster aus überdimensionierten Palmetten, Lotusblüten, Blütenzweigen und eckigen Ranken über das ganze Innenfeld, das an das Shah-Abbasi-Muster erinnert, allerdings in rustikaler Dorfmanier statt in der präzisen kurvilinearen Zeichnung der Stadtteppiche. Indigo- oder Mitternachtsblau mit Rost- oder Ziegelrot, Gold und Oliv ist eine klassische Farbpalette. Da Sultanabad unter diesem Namen nicht mehr existiert, sind antike Stücke knapp und erzielen höhere Preise.Im Teppichlexikon nachschlagen und Ziegler, angelegt in großzügigen, raffinierten Kompositionen. Es dominieren florale und klassische Zeichnungen; Nomaden- und Dorfmuster sind hier selten. Der zweite pakistanische Klassiker ist das BucharaHeute vor allem in pakistanischen Werkstätten von pakistanischen und afghanischen Knüpfern gefertigte Teppiche, die ältere persisch-turkmenische Muster mit Wurzeln in Zentralasien überarbeiten; im Handel gelten sie als Orientteppiche und nicht als Perserteppiche. Kennzeichen ist ein Allover-Muster aus sich wiederholenden Guls, stilisierten achteckigen (mitunter rautenförmigen) Blütenmotiven, auf einem Grund, der am häufigsten rot ist, gefolgt von Creme, mitunter Blau oder Grün und in jüngerer Zeit Schwarz, mit schwarzen, pfirsichfarbenen, blauen und grünen Akzenten, alles in Pflanzenfarben. Der Flor besteht zu 100 Prozent aus weicher, seidig wirkender Wolle auf einem Knüpfgrund aus Baumwolle, ist mittelhoch, und manche Stücke werden in Übergrößen gefertigt; eine feinere Qualität hat eine höhere Knotendichte, eine detailreichere Zeichnung und hochwertige Ghazni-Wolle.Im Teppichlexikon nachschlagen-Muster – Reihen achteckiger GulAchteckiges oder polygonales, stilisiertes Blütenmotiv, das sich in Reihen über das Innenfeld turkmenischer Teppiche wiederholt. Dieselbe Reihung ist typisch für Belutsch-Teppiche, bei denen in jedem Achteck eine Blume sitzt, und für Buchara-Teppiche, die überwiegend in Pakistan nach turkmenischen Vorbildern geknüpft werden. In älteren turkmenischen Teppichen behielt jeder Stamm (Tekke, Salor, Ersari und andere) in der Regel sein eigenes Gul, sodass ein Kenner die Stammeszugehörigkeit oft am Motiv ablesen kann, während moderne Stücke die Guls frei mischen. Das Wort bedeutet auf Persisch „Blume“ oder „Rose“, doch sind die Formen stark geometrisch und nicht naturalistisch.Im Teppichlexikon nachschlagen-Motive, meist auf tiefrotem Grund –, das mit derselben Präzision geknüpft wird.
Die Farben werden bewusst gewählt. Die Werkstätten beschäftigen Designer, die die Paletten auf den Geschmack der Zeit und des jeweiligen Zielmarkts abstimmen: Klassische Stücke zeigen sattes Rot, tiefes Blau und warme Bordeauxtöne, neuere Arbeiten bevorzugen dezente Erdtöne und neutrale Farbstellungen. Oft ziehen sich mehrere Nuancen einer Farbe durch einen einzigen Teppich und verstärken so das gealterte Aussehen; die Naturfarben erzeugen zudem einen sanften AbrashFeine Farbverschiebungen innerhalb eines handgefertigten Teppichs, oft als waagerechte Bänder quer über das Innenfeld sichtbar. Sie entstehen, weil aufeinanderfolgende Farbchargen nie exakt übereinstimmen, weil ein unterschiedlicher Fett- und Ölgehalt der Wolle die Farben mit den Jahren ungleichmäßig altern lässt, und weil sich in cremefarbenen Partien aus ungefärbter Wolle der Farbton der Faser mit dem Alter verändert. Abrash wird mit dem Alter oft deutlicher; bei einem älteren Teppich gilt er daher als Zeichen von Naturfarben und Handarbeit und nicht als Fehler, während ein neuerer Teppich weiterhin auf gleichmäßige Färbung geprüft wird. Maschinell gefertigte und manche neuen handgeknüpften Teppiche ahmen ihn gezielt nach.Im Teppichlexikon nachschlagen – feine Farbabstufungen, die Tiefe und Charakter verleihen.
Die Größen decken das gesamte Werkstattspektrum ab, von kompakten Stücken um 90x150 cm bis zu Teppichen von mehr als 350x550 cm – den Stil gibt es also für die meisten Räume und Formate.
Die moderne pakistanische Produktion bewegt sich mühelos zwischen originalgetreuen Wiedergaben antiker Entwürfe und zeitgenössischen Neuinterpretationen. Gerade diese Balance zwischen Tradition und Anpassung hat Pakistan zu einer führenden Größe in der heutigen Produktion handgeknüpfter Teppiche gemacht.
Diese Teppiche bieten ein ehrliches Preis-Leistungs-Verhältnis: die Anmutung und die handgeknüpfte Machart hochwertiger Perserteppiche zu erschwinglicheren Preisen. Die Verbindung aus strapazierfähiger Ghazni-WolleEine hochgeschätzte Teppichwolle aus der Region Ghazni in Afghanistan. Wie anderes erstklassiges Vlies ist sie dick und fettreich und zählt zusammen mit Manchester-Wolle und Neuseeland-Wolle zu den drei bekanntesten hochwertigen Wollen für persische und orientalische Teppiche. Kazak-Teppiche, die von afghanischen Webern in Pakistan gefertigt werden, verwenden sie in handgesponnener Form.Im Teppichlexikon nachschlagen, sorgfältiger Zeichnung und fairem Preis spricht Erstkäufer und Sammler gleichermaßen an.
Jeder pakistanische Teppich ist ein Stück kultureller Synthese: eine jahrhundertealte Mustertradition, fortgeführt von jüngeren Werkstätten. Ob Sie ihn wegen seiner klassischen Eleganz wählen oder wegen seiner Farbpalette, die Innenarchitekten schätzen – er bleibt ein praktischer Teppich, gemacht für Jahrzehnte unter den Füßen.
Unsere Familie handelt seit zwei Generationen mit Teppichen. Fragen Sie uns alles — Fotos, Videoanrufe, Beratung zu Größen.
Ratgeber aus unserer Familienwerkstatt: wie Sie handgeknüpfte Teppiche reinigen, platzieren und pflegen.